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Deutschland / Welt Mindestens 140 Menschen sterben bei Anschlagsserie
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22:51 21.02.2016
Eine brutale Serie von Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten hat neue Pläne für eine mögliche Waffenruhe in Syrien überschattet. Quelle: dpa
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Damaskus

Eine brutale Serie von Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten hat neue Pläne für eine mögliche Waffenruhe in Syrien überschattet. Binnen weniger Stunden detonierten in den Städten Homs und Damaskus mehrere Bomben, die mindestens 121 Menschen in den Tod rissen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich am Abend zu dem Anschlag in Homs. US-Außenminister John Kerry hatte zuvor nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow eine "vorläufige Einigung" über die Bedingungen einer Feuerpause in Syrien erreicht. Sie könnte demnach in den nächsten Tagen beginnen.

Insgesamt erschütterten am Sonntag wenigstens fünf Explosionen ein Viertel der Alawiten-Minderheit in Homs und einen Schiitenbezirk im Süden von Damaskus, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Es gebe viele weitere Verletzte.

Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge explodierte die erste Bombe der IS-Dschihadisten in Homs in einem Wagen, der auf einem Autotransporter geparkt war. Ein zweites Fahrzeug explodierte kurze Zeit später in der Nähe. Videoaufnahmen zeigten ausgebrannte Autowracks auf einer breiten Straße.

Am südlichen Stadtrand der Hauptstadt Damaskus starben am Nachmittag im Schiitenbezirk Sajeda Sainab mindestens 31 Menschen durch drei weitere Bomben. Dabei habe es sich um eine Autobombe und zwei Selbstmordattentäter gehandelt. Die Menschenrechtler berichteten zudem von Dutzenden Verletzten.

Die Terrormiliz IS verlor am Wochenende im Norden Syriens derweil mindestens 50 Kämpfer bei Gefechten mit dem Regime östlich der umkämpften Stadt Aleppo, wo die Regimetruppen vorrückten.

US-Außenminister Kerry sagte, er gehe davon aus, dass US-Präsident Barack Obama mit Kremlchef Wladimir Putin in den kommenden Tagen über die Einsetzung der Feuerpause sprechen werden. Der Diplomat betonte dabei, dass noch nichts abgemacht sei.

Russland bestätigte die Gespräche: Nach einem ersten Telefonat am Samstagabend hätten Lawrow und Kerry ihre Gespräche über die geplante Waffenruhe in Syrien fortgesetzt, teilte das Außenministerium in Moskau am Sonntag mit. Die syrische Regierung und die Opposition nannten am Samstag aber zahlreiche Bedingungen für eine Feuerpause.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, jetzt komme es darauf an, dass auch die Regionalmächte von ihrem Einfluss auf die kriegführenden Parteien in Syrien Gebrauch machten, um das "jetzt offene Fenster der Gelegenheit" zu nutzen.

Die USA, Russland und wichtige Regionalmächte hatten sich vor einer Woche in München auf eine Waffenruhe geeinigt, die ursprünglich am Freitag hätte in Kraft treten sollen. Stattdessen nahm die Gewalt aber sogar noch zu. Russland fliegt in Syrien Luftangriffe aufseiten der syrischen Armee, die USA führen eine Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

Syriens Präsident Baschar al-Assad erklärte sich am Samstag unter Bedingungen zu einer Waffenruhe bereit. Der Machthaber sagte der spanischen Zeitung "El País" (Sonntag), Terroristen dürften eine Feuerpause nicht dazu ausnutzen, ihre Positionen zu verbessern. Zudem müssten andere Länder - vor allem die Türkei - daran gehindert werden, den Terroristen mehr Kämpfer, Waffen oder andere logistische Unterstützung zukommen zu lassen, hieß es in dem Interview.

Die syrische Opposition hatte am Samstag mitgeteilt, man werde einer Feuerpause nur dann zustimmen, wenn es internationale Garantien dafür gebe, dass sich das Regime, Russland und der Iran an diese hielten. Die letzten Erfolge der syrischen Regierungstruppen nördlich von Aleppo wurden von heftigen russischen Luftschlägen begleitet, bei denen Berichten zufolge auch viele Zivilisten starben.

dpa

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