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Deutschland / Welt Warum Ischinger im EU-Pulli mit fehlendem Stern auftritt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Warum Ischinger im EU-Pulli mit fehlendem Stern auftritt
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17:02 15.02.2019
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, trägt einen blauen Kapuzenpullover, auf dem die Sterne der Europaflagge abgebildet sind. Quelle: Sven Hoppe/dpa
Berlin/München

 Die Münchner Sicherheitskonferenz ist nicht gerade der Ort, der für außergewöhnliche Mode bekannt ist. Unter den Experten für Sicherheitspolitik, Regierungschefs und Ministern dominieren Anzüge – der Dresscode des Polit-Business’ eben. Umso mehr fiel Wolfgang Ischinger, der Chef der Konferenz, am Freitag auf, als er an das Rednerpult trat: Ischinger trug einen übergroßen, knallblauen Pulli – vorne abgebildet das EU-Logo, ein Kreis mit gelben Sternen.

„Das ist die Flagge der Europäische Union“, sagte er und zeigte auf seinen Kapuzenpulli. Der sei ein Weihnachtsgeschenk seines Enkels. „Ich habe ihn heute zum ersten Mal an.“

Hier geht es zum RND-Liveticker zur Münchner Sicherheitskonferenz!

Von Lars Eidinger bis Jay ZIschinger in Promi-Gesellschaft

Ischinger ist nicht der erste, der sich in diesem Outfit in der Öffentlichkeit zeigt. Der Sicherheitskonferenz-Chef ist damit in prominenter Gesellschaft. Schauspieler Lars Eidinger trägt den Hoody mit EU-Logo, Rapper Yung Hurn performt in einem EU-Sweatshirt und auch Superstar Jay Z wurde schon im Pulli mit EU-Logo gesichtet.

Zuletzt auch eine prominente, deutsche Politikerin: Katarina Barley, Bundesjustizministerin und Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl, trat Mitte Januar im EU-Kapuzenpulli vor die Kameras, um ein Statement zum Brexit-Chaos abzugeben. Ob Politiker oder Künstler – das Outfit ist ein politisches Statement, das fällt sofort auf.

Statement zur Brexit-Entscheidung

Gepostet von Katarina Barley am Mittwoch, 16. Januar 2019

Warum ein Stern fehlt

Was erst beim zweiten Blick auffällt: Das Sternenkreis-Logo ist unvollständig – ein Stern fehlt. Die zwölf Sterne stehen symbolisch für Einheit und Vollkommenheit. Seit 1983 prägen sie das Flaggensymbol der Europäischen Gemeinschaft, ursprünglich entwickelt wurde das Emblem schon 1955.

Dass auf dem Pulli ein Stern aus dem Kreis entfernt wurde, soll einen Bruch in der Gemeinschaft markieren. Die Lücke soll zeigen, wie unsicher die Zeiten in der EU aktuell sind. Die Selbstverständlichkeit, mit der vor allem die junge Generation die friedliche, in sich geschlossene EU als gegeben hinnahm, wird angekratzt.

Wo der fehlende Stern versteckt ist

Was erst beim dritten Blick auffällt: Der zwölfte Stern, der auf der Vorderseite des Pullis fehlt, ist auf der Rückseite abgedruckt. Damit will das Modestück auch Hoffnung geben: Der fehlende Stern ist nicht verloren, sondern nur in den Hintergrund gerückt – so könnte man das Design interpretieren. Auch eine EU-Hotline ist auf der Rückenseite zu finden.

„Wir wollen dazu anregen, dass sich Menschen austauschen und die Idee Europa diskutieren“, sagt Johann König, Gründer der Galerie König, die EUnify Mode verkaufen. „Um die Aufmerksamkeit, die wir bei jüngeren Menschen haben, umlenken zu können auf politischere Themen, haben wir überlegt: Was können wir machen, um dafür eine Awareness zu kreieren?"

Im Netz gibt es einen Selfie-Trend im EU-Pulli-Look:

Von RND/jw

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