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NRW klagt gegen belgisches Atomkraftwerk

Tihange 2 NRW klagt gegen belgisches Atomkraftwerk

Nun geht auch Nordrhein-Westfalen juristisch gegen das belgische Atomkraftwerk Tihange 2 vor: Das Land tritt der Klage der Städteregion Aachen gegen die Wiederaufnahme des Reaktorbetriebs bei. Der belgische "Bröckel-Reaktor" müsse abgeschaltet werden, fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

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Der belgische Atomkraftwerk Tihange 2 war im März 2014 wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet worden und trotz Haarrissen im Dezember 2015 wieder ans Netz gegangen.

Quelle: Julien Warnand

Düsseldorf. Mit der Klage wehre sich das Bundesland nicht nur politisch, sondern nun auch juristisch gegen den Weiterbetrieb des Reaktors Tihange 2, teilte das NRW-Umweltministerium am Dienstag in Düsseldorf mit. Deutsche Stellen hatten zuletzt wiederholt massive Sicherheitsprobleme bei dem Reaktor beklagt.

Kraftwerk seit 2015 wieder in Betrieb

"Wir verstehen den Klagebeitritt auch als klares politisches Signal an die besorgte Bevölkerung und die belgische Regierung, dass wir atomare Gefahren aus dem Ausland nicht tatenlos akzeptieren", so NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Tihange 2 sei ein "Bröckel-Reaktor", der abgeschaltet werden müsse.

Das AKW liegt etwa 65 Kilometer von Aachen und 360 Kilometer von Hannover entfernt. An dem Druckbehälter des Reaktorblocks waren bei Untersuchungen in den Jahren 2012 und 2014 nicht näher erklärbare Risse festgestellt worden, wie das Ministerium in Düsseldorf hervorhob.

Dennoch habe sich die belgische Atomaufsicht im November 2015 entschlossen, das Wiederanfahren des Reaktors zu erlauben. Gegen die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme hatte die Städteregion Aachen Anfang Februar Klage vor dem belgischen Staatsgerichtshof eingereicht.

Unterstützung aus Rheinland-Pfalz

Bereits Ende Januar hatten die Ministerpräsidentinnen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Hannelore Kraft und Malu Dreyer (beide SPD), in gemeinsamen Briefen an den belgischen Regierungschef Charles Michel und die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mit Blick auf den Reaktorblock ihre Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung geäußert. Zugleich kritisierten sie die Wiederinbetriebnahme des Blocks und forderten dessen endgültige Stilllegung.

dpa/afp

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