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Deutsche fleht im britischen Radio um Hilfe

Ausländerhass nach Brexit-Votum Deutsche fleht im britischen Radio um Hilfe

In Großbritannien nimmt der Hass auf Ausländer zu. Eine deutsche Einwanderin hat sich jetzt verzweifelt an einen Radiosender gewandt und um Hilfe gefleht.

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Eine verängstigte Deutsche berichtete in der Radiosendung von Moderator James O'Brien, dass sie seit dem Brexit-Votum Angst vor Fremdenhass in Großbritannien habe.

Quelle: LBC/Screenshot

London/Hannover. "Ich habe solche Angst, ich bin seit drei Tagen nicht mehr vor die Tür", sagte die Frau in einer Sendung des Radiosenders LBC. Sie lebe seit 1973 in der britischen Stadt Chester und sei mit einem Briten verheiratet gewesen. Seit dem Brexit-Votum werde sie als Ausländerin beschimpft und angefeindet.

"Sie sagen mir, ich soll heim gehen, aber ich habe doch niemanden in Deutschland", erzählte die Frau unter Tränen. Ihr Haus sei mit Hundekot beschmiert worden. "Ich weiß nicht, was als Nächstes passiert."

Radiomoderator: "Es hat mir das Herz gebrochen"

Sie wiederholte immer wieder: "Ich habe solche Angst." Sie verstehe nicht, was sich geändert habe. Sie wolle nicht hysterisch sein. "Vielleicht bessert es sich ja auch wieder, aber da draußen ist so viel Hass."

Radiomoderator James O'Brien versuchte, die Frau zu beruhigen. Sie sei nicht allein. Nur eine Minderheit der Briten denke so wie diejenigen, von denen sie jetzt angefeindet werden.  Der Zeitung "Metro" erzählte er später: "Du denkst, Du hast wirklich alles schon gehört, und dann kommt das. Es hat mir das Herz gebrochen."

Karen berichtete auch, dass sie sich an die deutsche Botschaft gewandt, aber keine Hilfe erhalten habe. Ein Vertreter der Botschaft sagte der Zeitung "Daily Mirror": "Es tut uns sehr leid, was die deutsche Dame erlebt hat, und wir entschuldigen uns von Herzen, wenn es irgendwelche Probleme in der Kommunikation gab, die wir verursacht haben."

Polizei will die Hintergründe ermitteln

Die deutsche Botschaft ist dem Fall nachgegangen, wie der Sprecher weiter sagte. Man habe bislang aber keine Beweise für das, was Karen geschildert habe.

Die Polizei suchte die Frau zuhause auf. Eine Anzeige habe sie nicht erstatten wollen, sagte Chief Inspector Mike Evans dem "Chester Chronicle". "Wir haben trotzdem Ermittlungen aufgenommen. Fremdenfeindlichkeit wird nicht toleriert."

Die antirassistische Bewegung Far Right Watch listete innerhalb weniger Tage nach dem Volksentscheid mehr als 90 rassistische Vorfälle auf. Der britische Premierminister David Cameron verurteilte das. Ein Sprecher des konservativen Regierungschefs bezog sich auf "landesweite Ereignisse am Wochenende wie die Einschüchterung von Migranten" mit Drohungen, sie sollten nach Hause gehen.

RND/wer

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