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Wie geht es weiter bei den Konservativen?

Nach Trumps Sieg Wie geht es weiter bei den Konservativen?

Wie geht es nun weiter bei den Republikanern? Nach Donald Trumps Sieg feiert die Basis, während unter Abgeordneten, Senatoren und Gouverneuren stilles Entsetzen herrscht.

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Trump im Wahlkampf.

Quelle: dpa

Washington . Stille liegt über der Partei. Wer kann, duckt sich weg. Telefonhörer werden nicht abgenommen, E-Mails nicht beantwortet, Termine abgesagt. Sprachlosigkeit herrscht unter Amerikas führenden Konservativen. So mancher will sich noch nicht darauf einlassen, das Undenkbare zu denken. Donald Trump, der Präsidentschaftskandidat? Während die Basis feiert, herrscht unter Abgeordneten, Senatoren und Gouverneuren stilles Entsetzen.

Nur wenige zeigen Courage: "Ich hatte angekündigt, Trump nicht zu unterstützen. An mein Wort fühle ich mich gebunden", sagt Ben Sasse. Der 44-Jährige studierte an den Eliteschmieden Harvard, Oxford und Yale und vertritt seit einem Jahr als Senator den Bundesstaat Nebraska. Parteidisziplin steht für den früheren Professor nicht über alles. "Es gibt Grenzen." Sasse gehört zu einem kleinen, aber einflussreichen Kreis, der über eine "dritte Option" nachdenkt. Eine dritte Option käme einer Revolte nach: Republikaner wie Sasse denken über einen unabhängigen Kandidaten nach, der neben Hillary Clinton und Trump ins Rennen geht - und letztlich den Stimmenblock der Konservativen sprengen würde.

Der junge Hoffnungsträger will alles daran setzen, dass die "Grand Old Party" nicht länger "old" erscheint: "Wir können nicht zulassen, dass Amerika weiter niedergerissen wird."

Ob Sasse nur der Vorreiter eines breiten Wiederstands ist? Fest steht: 70 führende Republikaner sollten sich auf Nachfrage der "New York Times" zu dem beeindruckenden Sieg bei den Vorwahlen in Indiana äußern - und nur 20 meldeten sich zurück. Vor allem die beiden früheren Präsidenten - George Bush und George W. Bush - stehen nach Angaben von Kongressmitarbeitern im Verdacht, die Schweige-Parole ausgegeben zu haben. Tatsächlich führen mehrere Politiker recht merkwürdige Begründungen an, warum sie ausgerechnet an diesem einschneidenden Tag zu beschäftigt seien, um die einfache Frage zu beantworten, ob sie den New Yorker Baulöwen als offiziellen Kandidaten unterstützen. Manche behaupten, sie seien zu beschäftigt, andere geben an, außerhalb ihres Büros nicht erreichbar zu sein.

Trump und Cruz: neue Allianz?

Andere, die sich zu Worten melden, zeigen wenig Euphorie über die Entscheidung der Parteibasis. So erinnert Mitch McConnell, Fraktionsführer im Senat, Trump am Mittwochabend an seine Pflicht, die Partei nach all dem Streit hinter sich zu einigen. Und die beiden einflussreichen Gruppen "Club for Growth" und "Republican Jewish Coalition" geben an, ihre Spendengelder vor allem für die Kandidaten einzusetzen, die am 8. November für den Kongress kandidieren - und wollen sich aus dem Rennen um das Weiße Haus weitestgehend herauszuhalten.

Das letzte Wort über die Trump-kritische Haltung dürfte allerdings noch nicht gesprochen sein. Der parteiinterne Sieg von "The Donald" im Bundesstaat Indiana fiel - entgegen einiger Umfragen - immerhin so deutlich aus, dass die letzten zwei Mitbewerber Ted Cruz und John Kasich überraschend die Segel strichen. Die Debatten über den Parteitag haben sich damit erübrigt, da Trump nun der einzige verbliebene Kandidat ist. Dem Reality-TV-Star dürfte es ein leichtes sein, in den kommenden Wochen die notwendige Mehrheit unter den Delegierten einzusammeln, um auf dem Parteitag Ende Juli in Cleveland bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden.

Es ist daher kein Wunder, dass einige bisherige innerparteiliche Gegner eine bemerkenswerte Einsicht in die neuen Machtverhältnisse an den Tag legen.

Marco Rubio, von Trump zwischenzeitlich nur geringschätzig als "Little Marco" bezeichnet, hatte den Front Runner über Monate nach Kräften bekämpft. Wie am Mittwochabend bekannt wurde, soll sich Rubio in jüngster Zeit bereits mehrfach bei Trump telefonisch gemeldet haben. Manche Parteiexperten sehen den ehrgeizigen Senator aus Florida als möglichen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten.

Die neue Allianz käme einer kleinen Sensation gleich, da Trump unter den Lateinamerikanern mit Rubios Hilfe punkten könnte. Das Undenkbare denken - zumindest Trump ist darin offenbar geübt.

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Seinen Sieg in den Vorwahlen der Republikaner hat sich Donald Trump sicherlich anders vorgestellt. Kaum hatten sich die zwei letzten verbliebenen Mitbewerber Ted Cruz und John Kasich geschlagen gegeben, droht den Konservativen die Spaltung: Ausgerechnet Paul Ryan verweigert ihm die Gefolgschaft.

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