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Ajatollah droht mit der "Rache Gottes"

Nach Massenexekution in Saudi-Arabien Ajatollah droht mit der "Rache Gottes"

Nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr hat eine Gruppe von Iranern in der Nacht zum Sonntag die saudische Botschaft in Teheran gestürmt. Am Sonntagmittag drohte der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, Saudi-Arabien mit der "Rache Gottes". 

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Demonstranten verbrennen vor der saudischen Botschaft in Teheran Fotos, die ein Mitglied der saudi-arabischen Königsfamilie zeigen. 

Quelle: dpa

Teheran. Der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat Saudi-Arabien nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr göttliche Rache in Aussicht gestellt. "Zweifellos wird das zu Unrecht geflossene Blut dieses Märtyrers Folgen haben, und die saudischen Führer werden die Rache Gottes spüren", sagte Chamenei am Sonntag.

Al-Nimr habe nie zu einem bewaffneten Aufstand aufgerufen, er sei nur seinen religiösen Pflichten nachgekommen, erklärte der Ajatollah nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Demonstranten stürmen saudische Botschaft

Mehrere Demonstranten haben in der Nacht zum Sonntag die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt. Das berichteten Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur. Andere Bereiche innerhalb der Botschaft seien von den Demonstranten verwüstet worden. Die eigentliche Protestdemonstration gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien war für Montagnachmittag geplant. Daher war die Polizei auf den plötzlichen Angriff in der Nacht nicht vorbereitet. Zwar bekam sie die Lage letztendlich in den Griff, aber die Verwüstung konnte sie nicht verhindern. Auch die Feuerwehr kam erst später, um den Brand zu löschen.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, "eine Gruppe von wütenden Iranern" habe die Botschaft aus Protest gegen die Hinrichtung al-Nimrs angegriffen. Dieser war am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert worden. Der Iran - der schiitische Rivale des sunnitisch geprägten Saudi-Arabien - hatte mit Empörung auf die Hinrichtung reagiert.

Bei dem Angriff kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Mehrere Randalierer wurden festgenommen. Auch einige Reporter und Fotografen wurden in dem Chaos kurzfristig festgenommen. Am Ende waren keine Demonstranten mehr im Botschaftsgebäude. Einige der Demonstranten hatten behauptet, dass eine andere Gruppe diese Nacht die Residenz des saudischen Botschafters angreifen wolle. Dies wurde später zwar dementiert, aber trotzdem blockierte die Polizei vorsichtshalber die Straßen zur Residenz.

Das iranische Außenministerium verbot in einer Presseerklärung nach dem Angriff alle Versammlungen vor der saudischen Botschaft in Teheran und dem Konsulat in Maschhad im Nordostiran vorläufig. "Wir verstehen die Wut der Bürger, aber trotzdem sollten sie sich vor keiner der diplomatischen Vertretungen Saudi-Arabiens versammeln", sagte Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Die Polizei sei für die Sicherheit dieser Vertretungen zuständig und werde falls notwendig eingreifen.

Das war schon der dritte Angriff von iranischen Demonstranten auf eine Botschaft in Teheran. Der erste war auf die US-Botschaft im Jahr 1979, die zweite auf die britische Vertretung im Jahr 2011. Beide Male musste der Iran nicht nur eine diplomatischen Krise durchmachen, sondern auch Millionen Schadenersatz zahlen.

Der schiitische Iran und das sunnitisch-wahabitische Königreich Saudi-Arabien sind seit Jahren im Dauerkonflikt. Neben den religiösen und geopolitischen Differenzen ist seit längerem auch der Bürgerkrieg in Syrien ein Streitthema. Teheran unterstützt dort das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Riad hingegen die Anti-Assad-Rebellen. Der Angriff auf die Botschaft wird auch die vom Westen und arabischen Ländern mühsam aufgebaute Zusammenarbeit der beiden Länder in Syrien belasten.

dpa/mhu

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