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Türkei bestellt deutschen Vertreter ein

Streit um Demonstration in Köln Türkei bestellt deutschen Vertreter ein

Der Streit um die Pro-Erdogan-Demonstration in Köln hat ein Nachspiel. Das türkische Außenministerium bestellt den Gesandten der deutschen Botschaft in Ankara ein. In den deutsch-türkischen Beziehungen knirscht es immer lauter.

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Das Verbot der Live-Zuschaltung des türkischen Staatspräsidenten Erdogan auf der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln sorgt bei der türkischen Regierung für große Empörung (Archivbild).

Quelle: Oliver Berg/dpa

Istanbul/Köln. Am Sonntag hatten mehrere Zehntausend Menschen in Köln friedlich für Erdogan demonstriert. Eine geplante Live-Übertragung einer Rede des türkischen Präsidenten wurde dem Veranstalter der Demonstration aber wegen der aufgeheizten Stimmung verboten. Stattdessen wurde eine Botschaft Erdogans verlesen.

Das Verbot der Live-Zuschaltung des türkischen Staatspräsidenten sorgt bei der türkischen Regierung für große Empörung. Nach Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin hat auch Justizminister Bekir Bozdag die Entscheidung scharf kritisiert.

Justizminister: Verbot ist eine Schande

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag berichtete, bestellt das türkische Außenministerium nun den Gesandten der deutschen Botschaft in Ankara ein. Das sei für Montagmittag geplant, meldete die Nachrichtenagentur. Sie berief sich auf eine zuverlässige Quelle in Ankara. Botschafter Martin Erdmann ist im Urlaub, daher nimmt der Gesandte – sein Stellvertreter – den Termin wahr. Eine Sprecherin der Botschaft bestätigte der Nachrichtenagentur afp den Termin.

Das Verbot der Übertragung sei auf "widerrechtliche und unhöfliche Art" erfolgt und eine "Schande" für Demokratie und Recht, schrieb Bozdag am Sonntagabend auf Twitter. Es sei von nun an inakzeptabel, wenn Deutschland gegenüber der Türkei die Begriffe Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte und Freiheit auch nur in den Mund nehme.

Zeitung: Deutschland ist kein Freund

Zudem warf der Justizminister Deutschland eine ungerechte Behandlung der hierzulande lebenden Türken vor. Deutschland sei für viele "ernste Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten" verantwortlich. Der türkische EU-Minister Ömer Celik kommentierte das Verbot der Zuschaltung ebenfalls auf Twitter und bezeichnete es als "Abweichung von der Meinungsfreiheit und Demokratie". Zuvor hatte bereits Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die Maßnahme als "inakzeptablen Zustand" bezeichnet.

Die regierungsnahe türkische Zeitung "Takvim" schrieb: "Deutschland, das seiner Nazi-Vergangenheit nicht entkommen ist, hat seine Maske fallengelassen. Es unterstützt die putschistische Fetö-Bande (gemeint sind die Anhänger des Predigers Fethullah Gülen), die gegen die Türkei ist. Es hat einmal mehr bewiesen, dass es kein Freund und Verbündeter ist."

dpa/afp/RND

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