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Deutschland / Welt Usbekistans Präsident Karimow ist tot
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19:35 02.09.2016
Der usbekische Präsident Islam Karimow ist an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Quelle: Sergey Guneev/Sputnik/dpa
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Taschkent

Regierungschef Schawkat Mirsijajew sei beauftragt worden, die Beisetzung an diesem Samstag in Karimows Heimatstadt Samarkand zu organisieren, hieß es. Beobachter sehen dies auch als möglichen Hinweis in der Nachfolgerfrage. In Moskau sprach Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow der Familie sein Beileid aus. Karimow sei ein talentierter Politiker mit starkem Charakter gewesen, sagte der russische Friedensnobelpreisträger der Agentur Interfax zufolge.

Islam Karimow im Porträt

Usbekistan hat fast drei Jahrzehnte keinen anderen Herrscher gekannt als Islam Karimow. Von 1989 an war er kommunistischer Parteichef der Sowjetrepublik in Zentralasien, dann von 1991 an Dauerpräsident des unabhängigen Usbekistan. Die Stabilität seines Landes inmitten unruhiger Nachbarn wie Tadschikistan und Afghanistan sicherte er mit Druck und Gewalt. Karimows Regime galt neben dem abgeschotteten Turkmenistan als härteste Diktatur der Region.

Trotzdem war Karimow über Jahre auch als Partner des Westens gefragt. Sehr zum Missfallen Russlands unterhielten die USA von 2001 an zeitweise eine Militärbasis in Usbekistan für den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan. Der deutsche Stützpunkt in der Stadt Termes, über den die Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz versorgt worden war, wurde erst Ende 2015 aufgegeben.

Usbekische Städte wie Samarkand und Buchara gehören zu den alten Zentren islamischer Kultur entlang der historischen Seidenstraße zwischen Asien und Europa. Doch Karimow fürchtete wie die anderen Präsidenten Zentralasiens ein Vordringen des Islamismus. Um seine Macht zu sichern, verbot er nicht nur weltliche Oppositionsparteien wie Birlik oder Erk. Er zwang die muslimische Geistlichkeit auf Staatslinie. Nach einem gescheiterten Attentat 1999 schickte er angebliche Islamisten zu Tausenden in Gefängnisse. 2005 richteten usbekische Soldaten ein Blutbad mit mehreren Hundert Toten unter wehrlosen Demonstranten in der Stadt Andischan an.

Karimow wurde am 30. Januar 1938 in Samarkand geboren und studierte Maschinenbau. Um dem Wüstenland Usbekistan eine eigene Identität zu geben, berief sich der persönlich eher unscheinbare Karimow auf den grausamen Mongolenherrscher Timur. Der hatte im 14. Jahrhundert ein großes Reich bis nach Europa erobert. Wirtschaftlich brachte er Usbekistan kaum voran, auch wenn das Land mit seinen etwa 32 Millionen Einwohnern über Gold, Silber, Gas, Öl und Kohle verfügt und Baumwolle produziert. Der Reichtum landete wohl vor allem bei seinem Familienclan. Von den zwei Töchtern wollte er die ältere namens Gulnara zur möglichen Nachfolgerin aufbauen. Doch die Familie zerstritt sich in seinen letzten Lebensjahren.

dpa

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