Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Züge fahren von Flensburg nach Dänemark
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Züge fahren von Flensburg nach Dänemark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:04 10.09.2015
Heute sollen wieder Züge zwischen Deutschland und Dänemark fahren. Quelle: dpa
Anzeige
Padborg

Nach einem stundenlangen Zwangsstopp dürfen Züge mit Flüchtlingen wieder von Deutschland nach Dänemark fahren. Damit hat sich die Lage an der Grenze zum Nachbarland am Donnerstag wieder etwas beruhigt. Die dänische Polizei ließ am Morgen wieder Züge passieren. Am Grenzbahnhof in Padborg kontrollierten Dutzende Beamte die aus Flensburg kommenden Menschen. In Berlin bedankte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Behörden und Helfern für deren anstrengenden Einsatz bei der Flüchtlingsbetreuung.

Das Landespolizeiamt in Kiel teilte mit, der Bahnverkehr von Flensburg nach Dänemark laufe seit den Morgenstunden wieder regulär. "Die Menschen reisen seither mit den Zügen in verschiedene Richtungen ab." Rund 120 Menschen hatten die Nacht in der Bahnhofshalle von Flensburg verbracht, nachdem Dänemark am Mittwoch wegen der Flüchtlinge den Zugverkehr mit Deutschland gestoppt hatte.

In Rødby auf der Insel Lolland waren am Mittwoch Hunderte Menschen in Zügen auf Fähren von der Insel Fehmarn angekommen. Viele von ihnen hatten sich geweigert, die Züge zu verlassen, um nicht in Dänemark als Asylbewerber registriert zu werden. Die meisten wollten weiter nach Schweden, weil sie dort auf bessere Bedingungen hoffen.

Noch in der Nacht zum Donnerstag ließ die dänische Polizei rund 240 Flüchtlinge in Zügen weiterreisen. Am Morgen dann nahmen Autofahrer mehrere hundert Menschen, die in einer Sporthalle untergebracht waren, mit in Richtung schwedische Grenze. Innerhalb weniger Stunden war die Halle nahezu leer. Weil weiter keine Züge auf die Fähren aus Puttgarden fahren durften, kamen bis zum Mittag keine weiteren Flüchtlinge in der dänischen Hafenstadt an. Ein Ausweichen auf Direktfähren nach Schweden erkennen deutsche Behörden bislang nicht.

Flüchtlinge wollen nach Schweden

Wegen des Flüchtlingsandrangs hatte Dänemark den Zugverkehr von und nach Deutschland am Mittwoch gestoppt. In Rödby saßen daher in zwei Zügen rund 340 Flüchtlinge stundenlang fest. In der Nacht zum Donnerstag willigten etwa hundert von ihnen ein, in Dänemark zu bleiben und sich dort registrieren zu lassen. Die übrigen durften schließlich unbehelligt von der Polizei aussteigen.

Die meisten aus Deutschland einreisenden Flüchtlinge wollen nicht in Dänemark bleiben, sondern nach Schweden weiterreisen, wo alle syrischen Flüchtlinge eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Dänemark hatte hingegen vor kurzem seine Asylpolitik verschärft.

Das Fährunternehmen Scandlines teilte derweil mit, dass derzeit nur Passagiere, die in Autos unterwegs seien, auf die Fähren zwischen Rödby und Puttgarden auf der deutschen Ostseeinsel Fehmarn gelassen würden.

afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weil Hunderte Flüchtlinge in den Zügen sitzen, hat die dänische Bahn den Zugverkehr von Deutschland nach Dänemark auf unbestimmte Zeit eingestellt. Auch die Fähren stehen still, zeitweilig sperrte die dänische Polizei eine Autobahn, da sich Flüchtlinge zu Fuß entlang der Fahrbahn auf den Weg gemacht hatten.

09.09.2015

Der niedersächsische Flüchtlingsrat hat angesichts der Sondersitzung des Landtages am Donnerstag in Hannover dringende Lösungen für mehr bezahlbaren Wohnraum gefordert. 

09.09.2015

Bundeskanzlerin Merkel hat zur raschen Einbindung der Flüchtlinge in die Gesellschaft aufgerufen. Zugleich mahnte sie: „Wir dürfen nicht wegsehen, wenn sich Milieus verfestigen, die Integration ablehnen, oder wenn sich Parallelgesellschaften bilden.“

09.09.2015
Anzeige