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"Wir lassen uns das Leben nicht verbieten!"

Opfer-Angehörige nach Istanbul "Wir lassen uns das Leben nicht verbieten!"

Birgit Faber hatte es geahnt. Nach dem Anschlag in Istanbul meldeten sich ihre Schwiegereltern nicht mehr. Aber bei aller Trauer über deren Tod sagt die Frau aus Brandenburg auch: "Wir lassen uns das Leben nicht verbieten!"

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Anschlag in Istanbul: Mindestens zehn Deutsche sind bei dem Attentat gestorben. In Deutschland herrschen Trauer und Entsetzen.

Quelle: Matthew Aslett/dpa

Falkensee. Falkensee steht unter Schock, langsam sickert die brutale Botschaft erst ins Bewusstsein der Bürger der 43.000-Einwohner-Stadt im westlichen Berliner Speckgürtel: Mit Marianne (71) und Rüdiger Faber (73) hat die Stadt zwei ihrer aktivsten Bürger verloren – in Diensten des Sportvereins TSV Falkensee mit seinen 2500 Mitgliedern haben sie sich unvergesslich gemacht. Das Rentnerehepaar starb bei dem Bombenanschlag in Istanbul.

Das BKA klingelte nachts

Schwiegertochter Birgit Faber, Präsidentin des TSV, hatte schon eine böse Vorahnung, als sie die Nachricht von dem vermutlich islamistischen Attentat erhielt, und die Schwiegereltern sich nicht meldeten. Nachts um 1 Uhr standen dann Beamte des Bundeskriminalamts vor der Tür und überbrachten die traurige Neuigkeit.

"Wir waren natürlich geschockt. Es ist einfach unfassbar", sagte Birgit Faber. "Jetzt ist der Terror bei uns im beschaulichen Falkensee angekommen." Noch in den Morgenstunden erhielt die Familie Faber von verschiedenen Seiten die Bestätigung für den Tod der Eltern von Andreas, ihres Mannes.

"Der Tod wird unser Leben verändern"

Anja Grau, eine ehemalige Turntrainerin im TSV Falkensee, sagte, dass in den türkischen Medien die Namen der Opfer schon veröffentlicht worden sind. Ein Bekannter aus Falkensee hatte gehört, dass es in Istanbul zwei Opfer aus Falkensee gegeben habe. "Das müssen sie im Radio angesagt haben", so Birgit Faber.

Ihr und ihrer Familie gehe es soweit gut, wie man das in dieser Situation sagen könne. "Aber eins ist klar. Der Tod meiner Schwiegereltern wird unser Leben verändern", sagte Birgit Faber. Bei aller Trauer: Die Schwiegertochter spricht aus, was die Verstorbenen gedacht hätten: "Wir lassen uns das Leben nicht verbieten!"

Ihre Schwiegereltern seien trotz der Anschläge in Ägypten vor einigen Jahren weiter in muslimische Länder gefahren. "Reisen war ihre Leidenschaft", sagt die Schwiegertochter über das Paar. Rüdiger Faber habe unbedingt in einem berühmten Hochhaus in Abu Dhabi übernachten wollen. "Das war sein Traum", sagt seine Schwiegertochter. Deswegen traten die Eheleute die Drei-Länder-Reise an. Istanbul war eigentlich nur ein Zwischenstop.

Von Ulrich Wangemann und Axel Eifert

Bei dem Terroranschlag in Istanbul sind zehn Deutsche getötet worden: Marianne (71) und Rüdiger Faber (73) aus Falkensee (Brandenburg) sowie ein Ehepaar (59 und 61 Jahre) aus Mainz (Rheinland-Pfalz), ein Mann (73) aus Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz), ein 67 Jahre alter Mann (67) aus Nordhessen, eine Frau (70) aus Leipzig sowie zwei Männer (51 und 75 aus Dresden und ein Mann aus Berlin, dessen Alter zunächst nicht bekannt wurde. Unter den Verletzen befindet sich auch ein Ehepaar aus Niedersachsen.

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