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Nahles: Keine Kandidatur für SPD-Parteivorsitz

RND-Interview Nahles: Keine Kandidatur für SPD-Parteivorsitz

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles will sich beim Parteitag der Sozialdemokraten im Dezember in Berlin nicht um die Nachfolge von Parteichef Martin Schulz bewerben. „Ich schließe aus, beim Parteitag als SPD-Vorsitzende zu kandidieren“, sagte Nahles im Interview mit den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

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Die frisch gekürte SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles vor der „Ahnengalerie“ ihrer Vorgänger.

Quelle: imago

Berlin. Auch nach dem Parteitag „bleibt es dabei“, sagte die SPD-Politikerin auf Nachfrage. Spekulationen, sie könne nach der ganzen Macht in der Partei greifen, seien „Unsinn“, so Nahles weiter. „SPD-Chef ist Martin Schulz, und er bleibt es auch. Es gibt eine breite Unterstützung und eine große Solidarität für ihn.“

Des Weiteren sagte Nahles in dem Gespräch, sie fürchte, dass die „Spiegel“-Geschichte über die gescheiterte Kanzlerkandidatur von Martin Schulz das Verhältnis zwischen Politikern und Journalisten in Deutschland verändern werde. „Offenheit wendet sich gegen einen. Das führt dazu, dass sich Politiker verschließen, worüber sich dann auch wieder viele beschweren.“ Weiter sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende: „Wir sind in einem gefährlichen Zirkel, für den ich keine einfache Lösung kenne.“ Nahles ärgert sich besonders über die Debatten, die nach Erscheinen des Stückes in der Öffentlichkeit geführt wurden. „Ich bin empört darüber, wie manches Boulevard-Medium skandalisiert hat, dass der Kanzlerkandidat neben einer Politiker-Fassade auch noch ein paar menschliche Züge hat“, sagte die 47-Jährige dem RND. „Daraus muss man seine Lehren für die Zukunft ziehen.“

In Bezug auf Kanzlerin Angela Merkel sagte Andrea Nahles in dem Interview, sie sähe die Kanzlerin als Vorbild für den Aufstieg von Frauen im Berufsleben. „Ich fand immer gut, dass mit Angela Merkel eine Frau einen klaren machtpolitischen Anspruch formuliert hat. Viele Männer haben ein Problem, wenn Frauen entscheiden. Angela Merkel hat gezeigt, dass es geht – das ist ihr Verdienst.“

Allerdings habe die Kanzlerin ihren Einfluss nicht zur Förderung anderer Frauen eingesetzt, kritisierte Nahles. „Was ich ihr vorwerfe, ist, dass sie ihre Macht nicht wirklich für Frauen genutzt hat. Beim Rückkehrrecht von Teilzeit- auf Vollzeitarbeit reichten ein paar Anrufe der Arbeitgeber, und die Frauenpolitikerin Angela Merkel war plötzlich verschwunden.“

Auch die SPD kritisierte Nahles für Jahrzehnte, in denen Frauen Führungsrollen verwehrt blieben. „Meine Partei hat sich viel Zeit gelassen, bis sie die erste Frau an die Spitze ihrer Bundestagsfraktion gewählt hat“, sagte Nahles dem RND, „Seit der Einführung des Frauenwahlrechts sind 98 Jahre vergangen“. Nahles hat wurde vergangene Woche als erste Fraktionsvorsitzende in der Geschichte der SPD gewählt.

Von RND

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