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Daraja wartet seit vier Jahren auf Nahrung

Belagerte Stadt in Syrien Daraja wartet seit vier Jahren auf Nahrung

Seit 2012 wird die syrische Stadt Daraja von Rebellen belagert – nun konnte erstmals ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln den Ort südöstlich von Damaskus erreichen. Daraja war zu einem Symbol für das Leiden der syrischen Zivilbevölkerung geworden.

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Auch die im Südosten von Damaskus gelegene Stadt Hamoria erreichte im März ein Hilfskonvoi .

Quelle: Mohammed Badra

Daraja. Nach jahrelanger Belagerung hat in der Nacht zu Freitag erstmals ein Konvoi mit Nahrungsmittelhilfe die syrische Rebellenhochburg Daraja erreicht. Neun Lastwagen mit Essen und Medikamenten seien in der südöstlich von Damaskus gelegenen Stadt angekommen und würden umgehend entladen, sagte der Einsatzleiter des syrischen Roten Halbmonds, Tamam Mehres. Die Hilfsgüter sollten die Versorgung für rund einen Monat sicherstellen.

Daraja wird seit 2012 von Regierungstruppen belagert. Es war das erste Mal, dass ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln die Stadt mit ihren rund 8000 Einwohnern erreichen konnte. Die Stadt war eine der ersten, die sich nach Beginn des Aufstands in Syrien 2011 gegen die Regierung in Damaskus erhoben hatte. Bereits Anfang Juni hatten UN-Helfer Daraja erreicht - allerdings ohne Nahrungsmittel. Die jahrelang belagerte Stadt war zu einem Symbol für das Leiden der syrischen Zivilbevölkerung geworden.

Hilfen sind "unzureichend für all die Bewohner"

Ein Vertreter der Rebellen in Daraja, Schadi Matar, bestätigte das Eintreffen der Hilfen. Diese seien aber "unzureichend für all die Bewohner unter der Belagerung", schrieb Matar. Den Einwohnern seien weitere Lieferungen zugesagt worden. Einen großen Andrang habe es zunächst nicht gegeben: "Wegen der Bombardierung der Stadt haben viele Leute Angst, aus dem Haus zu gehen und sich in Gruppen zusammenzufinden."

Zuvor hatte die UNO am Donnerstag bekannt gegeben, dass die syrische Führung die Erlaubnis erteilt habe, bis Monatsende humanitäre Hilfskonvois in alle 19 belagerten Regionen des Landes fahren zu lassen. Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte dabei allerdings zu bedenken gegeben, dass es derartige Zusicherungen aus Damaskus früher schon gegeben habe, dass sie dann aber nicht eingehalten wurden.

Damaskus verweigerte den Zugang

Hilfslieferungen für die syrische Zivilbevölkerung sind weitgehend vom Einverständnis der Regierung in Damaskus abhängig. Der Landweg ist der effizienteste Weg, Hilfsgüter in belagerte Städte zu bringen, doch hatte Damaskus bisher vielfach den Zugang verweigert. In den 19 belagerten Städten und Regionen leben nach UN-Angaben knapp 600.000 Menschen ohne ausreichend Zugang zu Nahrung, Trinkwasser und Medikamenten. Die meisten Gebiete werden von den Regierungstruppen belagert.

Die UNO hatte die syrische Regierung schon mehrfach gebeten, Hilfslieferungen auf dem Landweg zuzulassen. Zuletzt war auch über eine Luftbrücke diskutiert worden. Die Versorgung aus der Luft ist aber vergleichsweise teuer und gefährlich.

afp/RND

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