Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Nato startet Raketenabwehr

Inbetriebnahme in Rumänien Nato startet Raketenabwehr

Der Raketenabwehrschirm für Europa nimmt Gestalt an. Robert Work, Vize-Chef im Pentagon, nahm am Donnerstag im rumänischen Deveselu eine Anlage in Betrieb, die über mehrere Abwehrraketen und eine starke Radaranlage verfügt.

Voriger Artikel
Das ist Wulffs neue Mission
Nächster Artikel
Sozialverbände: Nordafrika ist nicht sicher

In Betrieb: US-Soldaten am Donnerstag vor der Raketenabwehrbasis im rumänischen Deveselu.

Quelle: dpa

Washington/Bukarest. Vorwürfe, der Schutzschild richte sich gegen Russland, weist Work zurück: Die Nato müsse sich gegen die Bedrohung gegen Mittelstreckenraketen aus dem Nahen und Mittleren Osten wappnen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums ist die Militäranlage südlich von Bukarest mit Abwehrraketen vom Typ SM-2 ausgestattet, die eine Reichweite von 200 Kilometern besitzen.

Die Kosten der Station sollen sich auf 700 Millionen Euro belaufen. Heute beginnt darüber hinaus der Bau einer ähnlichen Raketenbasis in Polen, deren Fertigstellung für das kommende Jahr geplant ist. Entsprechend der neuen Nato-Strategie vervollständigen die Anlagen in Polen und Rumänien den ersten Teil des Abwehrschirms, der aus Radarsystemen in der Türkei und vier Kriegsschiffen besteht, die im Mittelmeer kreuzen.

Russland habe "eine große Chance" vertan

Westliche Militärs wiesen mehrfach darauf hin, dass die Abwehrsysteme nicht geeignet seien, ballistische Interkontinentalraketen aus Russland abzufangen. „Das Projekt richtet sich nicht gegen Russland. Schon rein technisch ist es dafür nicht ausgelegt. Wer solche Positionen verbreitet, verfolgt eine durchschaubare Propaganda-Strategie“, sagt Henning Otte. Nach Meinung des verteidigungspolitischen Sprechers der Unionsfraktion im Bundestag habe Russland eine enge Abstimmung abgelehnt und damit „eine große Chance“ vertan.

Die Moskauer Kritik zielt allerdings nicht allein auf die Stationierung von Raketen. Nach Meinung des Kremls verändern vor allem die Radaranlagen unweit der russischen Grenze die europäische Sicherheitsarchitektur: Der Start von atomar bestückten Interkontinentalraketen, die beispielsweise in Sibirien abgefeuert werden, könnte nun wesentlich früher erfasst werden als bisher. „Dieses System ist zu 1000 Prozent gegen uns gerichtet. Wir werden unsere Verteidigung festigen, zum Beispiel durch Frühwarn- und Abwehrsysteme in der Arktis“, sagte der Chef des Verteidigungsausschusses in der Duma, Admiral Wladimir Komojedow.

Raketen könnten Berlin erreichen

Wie Moskaus Antwort aussehen könnte, berichtete kürzlich der russische TV-Sender „Swesda“, der eng mit dem Militär zusammenarbeitet. Demnach soll im kommenden Jahr die Atomrakete „Sarmat RS-28“ fertiggestellt werden, die über mehrere Sprengköpfe verfügt und in der Lage sein soll, mit einem Schlag „ganze Nationen auszulöschen“, die die Größe Frankreichs haben.

In Nato-Kreisen wird diese Waffe als „Satan 2“ bezeichnet. Westliche Militärkreise sprechen von einer ernsthaften Herausforderung, da der neue Raketentyp in der Lage sein soll, die Abwehrsysteme in Europa und in den USA zu täuschen. Möglich wäre auch die Stationierung von Iskander-Raketen in der Ostsee-Exklave Kaliningrad – sie könnten jedes Ziel in Polen und sogar Berlin erreichen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.