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Deutschland / Welt Nato startet Raketenabwehr
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00:16 15.05.2016
Von Stefan Koch
In Betrieb: US-Soldaten am Donnerstag vor der Raketenabwehrbasis im rumänischen Deveselu. Quelle: dpa
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Washington/Bukarest

Vorwürfe, der Schutzschild richte sich gegen Russland, weist Work zurück: Die Nato müsse sich gegen die Bedrohung gegen Mittelstreckenraketen aus dem Nahen und Mittleren Osten wappnen. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums ist die Militäranlage südlich von Bukarest mit Abwehrraketen vom Typ SM-2 ausgestattet, die eine Reichweite von 200 Kilometern besitzen.

Die Kosten der Station sollen sich auf 700 Millionen Euro belaufen. Heute beginnt darüber hinaus der Bau einer ähnlichen Raketenbasis in Polen, deren Fertigstellung für das kommende Jahr geplant ist. Entsprechend der neuen Nato-Strategie vervollständigen die Anlagen in Polen und Rumänien den ersten Teil des Abwehrschirms, der aus Radarsystemen in der Türkei und vier Kriegsschiffen besteht, die im Mittelmeer kreuzen.

Russland habe "eine große Chance" vertan

Westliche Militärs wiesen mehrfach darauf hin, dass die Abwehrsysteme nicht geeignet seien, ballistische Interkontinentalraketen aus Russland abzufangen. „Das Projekt richtet sich nicht gegen Russland. Schon rein technisch ist es dafür nicht ausgelegt. Wer solche Positionen verbreitet, verfolgt eine durchschaubare Propaganda-Strategie“, sagt Henning Otte. Nach Meinung des verteidigungspolitischen Sprechers der Unionsfraktion im Bundestag habe Russland eine enge Abstimmung abgelehnt und damit „eine große Chance“ vertan.

Die Moskauer Kritik zielt allerdings nicht allein auf die Stationierung von Raketen. Nach Meinung des Kremls verändern vor allem die Radaranlagen unweit der russischen Grenze die europäische Sicherheitsarchitektur: Der Start von atomar bestückten Interkontinentalraketen, die beispielsweise in Sibirien abgefeuert werden, könnte nun wesentlich früher erfasst werden als bisher. „Dieses System ist zu 1000 Prozent gegen uns gerichtet. Wir werden unsere Verteidigung festigen, zum Beispiel durch Frühwarn- und Abwehrsysteme in der Arktis“, sagte der Chef des Verteidigungsausschusses in der Duma, Admiral Wladimir Komojedow.

Raketen könnten Berlin erreichen

Wie Moskaus Antwort aussehen könnte, berichtete kürzlich der russische TV-Sender „Swesda“, der eng mit dem Militär zusammenarbeitet. Demnach soll im kommenden Jahr die Atomrakete „Sarmat RS-28“ fertiggestellt werden, die über mehrere Sprengköpfe verfügt und in der Lage sein soll, mit einem Schlag „ganze Nationen auszulöschen“, die die Größe Frankreichs haben.

In Nato-Kreisen wird diese Waffe als „Satan 2“ bezeichnet. Westliche Militärkreise sprechen von einer ernsthaften Herausforderung, da der neue Raketentyp in der Lage sein soll, die Abwehrsysteme in Europa und in den USA zu täuschen. Möglich wäre auch die Stationierung von Iskander-Raketen in der Ostsee-Exklave Kaliningrad – sie könnten jedes Ziel in Polen und sogar Berlin erreichen.

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