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Deutschland / Welt Nervosität unter den US-Republikanern wächst
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15:49 29.06.2016
Von Stefan Koch
Donald Trump. Quelle: dpa
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Washington

Vor Stahlarbeitern unweit von Pittsburgh stellt "Front Runner" der Republikaner, Donald Trump, klar, im Falle seines Wahlsieges sämtliche Verträge mit China auf den Prüfstand zu stellen. Auch die Freihandelszone mit Mexiko und Kanada (NAFTA) müsse noch einmal völlig neu verhandelt werden.

Politische Beobachter reiben sich einmal mehr verwundert die Augen: Ausgerechnet der Geschäftsmann, der über Jahre die Vorzüge des unbürokratischen Handels pries und selbstverständlich auch die eigenen Unternehmen in südostasiatischen Ländern kostengünstig produzieren lässt, schwingt sich nun zum radikalen Globalisierungskritiker auf. Trump schreckt noch nicht einmal davor zurück, ausdrücklich auf den Vermonter Senator Bernie Sanders zu verweisen, der von linksaußen versucht, Hillary Clinton zu bedrängen. Sollte Sanders beim Parteitag der Demokraten Ende Juli aus dem Rennen ums Weiße Haus aussteigen, seien seine Anhänger herzlich eingeladen, sich seiner "Bewegung" anzuschließen.

Trumps Strategie ist offensichtlich: Der 70-Jährige setzt darauf, die weiße Arbeiterschaft aus beiden politischen Lagern für sich zu gewinnen. Ob diese Kalkulation aufgeht, erscheint zurzeit allerdings höchst fragwürdig.

Der New Yorker Immobilientycoon kann zwar darauf setzen, dass die Wahlbeteiligung unter seinen Anhängern höher liegt als unter Afroamerikanern und Hispanics.

Dennoch stürzen die Umfragewerte für den eigenwilligen Milliardär geradezu ab: Laut NBC liegt Clinton mittlerweile um acht Prozentpunkte (49 zu 41) vor Trump. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos sieht den Abstand bei elf Prozent. Und die Erhebungen von Washington Post/ABC gehen sogar von einem Verhältnis 51 zu 39 aus.

Zu den schlechten Ergebnissen dürften auch mehrere prominente Republikaner beitragen, die sich lautstark gegen den "Front Runner" stellen. Kritisch zu Wort melden sich zudem einige Institutionen, die lange Zeit eng mit den Konservativen verbunden waren. So lässt die amerikanische Handelskammer unmittelbar nach Trumps Auftritt vor den Stahlarbeitern im Großraum Pittsburgh wissen: Sollten die internationalen Freihandelsverträge gekündigt werden, sei in den USA mit dem Verlust von mehr als 3,5 Millionen Jobs zu rechnen.

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