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Zehn Tote bei Unruhen in Kairo

Neue Zusammenstöße Zehn Tote bei Unruhen in Kairo

Anhänger der Muslimbrüder schüren Brände - die ägyptische Polizei schießt scharf. Seit Donnerstag prallen beide Seiten in Kairo immer wieder aufeinander. Es geht um die Deutungshoheit über ein Massaker.

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Seit zwei Tagen kommt es in Kairo immer wieder zu Zusammenstößen; allein am Freitag wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet.

Quelle: dpa

Kairo. In Ägypten nehmen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Muslimbruderschaft und Sicherheitskräften kein Ende. Seit zwei Tagen kommt es in Kairo immer wieder zu Zusammenstößen; allein am Freitag wurden dabei mindestens zehn Menschen getötet, wie ägyptische Medien am Samstag berichten. Bereits am Donnerstag, dem ersten Jahrestag der gewaltsame Niederschlagung der Muslimbruder-Protestcamps in der Hauptstadt Kairo, hatte es fünf Tote gegeben, darunter ein Polizist.

Nach Berichten des ägyptischen Nachrichtenportals Ahram Online wurden am Freitag fünf Anhänger der Bruderschaft in Giza im Westen Kairos getötet. Die Männer hätten zwei Busse in Brand gesetzt und versucht, Sprengladungen zu zünden. 136 weitere seien verhaftet worden. Bei einem anderen Zusammenstoß seien drei weitere Demonstranten umgekommen. Das Nachrichtenportal Al-Masry al-Youm meldete, zwei Demonstranten seien erschossen worden, nachdem sie auf Polizisten gefeuert hätten. Nach Angaben beider Medien wurden insgesamt zehn Sicherheitskräfte bei den Zusammenstößen verletzt.

Kairos Polizei sichert seit Donnerstag gemeinsam mit dem Militär die großen Zufahrtsstraßen der Stadt sowie zentrale Plätze. Der Tahrir-Platz und der Rabia-Platz sind fast komplett abgeriegelt, Demonstrationen hatte es dort bis zum Samstag keine gegeben.

Die Muslimbruderschaft hatte zuvor eine Woche der Trauer angekündigt, um die Toten des „Rabia-Massakers“ vom 14. August 2013 zu ehren. Bei dem Massaker wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch mehr als 800 Demonstranten von der Polizei getötet. Die ägyptischen Sicherheitskräfte hatten Sit-Ins der Muslimbruderschaft aufgelöst, nachdem diese wochenlang für den ihr nahestehenden Präsidenten Mohamed Mursi demonstriert hatten.

Mursi war vom damaligen Armeechef und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gestürzt worden. Seitdem fährt die ägyptische Regierung einen harten Kurs gegen de Muslimbruderschaft: Die Organisation wurde als terroristische Vereinigung eingestuft, die Gelder der zugehörigen Partei für Freiheit und Gerechtigkeit eingefroren. Mehr als 16 000 Anhänger wurden nach Angaben von Amnesty International verhaftet, Hunderte zum Tode verurteilt.

dpa

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