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Nordkorea brüskiert Welt mit Raketenstart

UN-Resolutionen verletzt Nordkorea brüskiert Welt mit Raketenstart

Die Vereinten Nationen sehen mehrere UN-Resolutionen verletzt, Washington und Paris wollen ernste Konsequenzen: Der erneute Start einer Weltraumrakete in Nordkorea isoliert das Land weiter.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un verfolgt den Start.

Quelle: EPA/KCNA/dpa

Seoul. Nur einen Monat nach seinem kritisierten Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die Trägerrakete habe den "neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht", verkündete am Sonntag die nordkoreanische Raumfahrtbehörde.

Die Weltgemeinschaft sieht dies als verdeckten Test einer ballistischen Langstreckenrakete, die Atomwaffen tragen könnte. Viele Staaten von den USA und Frankreich bis Südkorea und Japan warfen dem diktatorischen Regime schwere Provokation vor. Eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats wurde angesetzt.

Südkorea kündigte noch am Sonntag den Beginn offizieller Gespräche mit seinem Verbündeten USA über die umstrittene Lieferung amerikanischer Abfangraketen an. Dies dürfte vor allem in China und Russland Beunruhigung auslösen, die strikt gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft sind. Außerdem will Südkorea seine gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gerichtete Propaganda-Beschallung an der Grenze ausweiten. 

Die Trägerrakete habe um 9.00 Uhr ("Pjöngjang-Zeit"; 1.30 Uhr MEZ) von Sohae an der Westküste abgehoben, wurde die nordkoreanische Raumfahrtbehörde von den Staatsmedien zitiert. Der Satellit habe nach 9:46 Minuten den Orbit erreicht.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte vermutlich ein Objekt den Orbit, doch seien weitere Analysen des Flugs nötig. Die Rakete habe vermutlich eine Reichweite von bis zu 13.000 Kilometern gehabt und könnte somit theoretisch US-Festland erreichen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militär. 

Nordkoreas Raumfahrtbehörde verteidigte den Start als Ausübung des "legitimen Rechts auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken". Sie wertete den Start jedoch auch als "epochales Ereignis" für die Entwicklung der Verteidigung des Landes. Das Land werde in Zukunft noch mehr Satelliten ins All schießen. 

China äußerte verhalten sein "Bedauern" über den Raketenstart. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Peking hatte Pjöngjang mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen. Erst vor einem Monat hatte der vierte nordkoreanischer Atomtest weltweit Empörung ausgelöst.

Die US-Regierung kritisierte den Raketenstart als "destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung" zahlreicher UN-Resolutionen. Zugleich setzten sich die USA für "ernste Konsequenzen" ein, erklärte Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington. Außenminister John Kerry erklärte, die USA würden mit ihren Partnern und im UN-Sicherheitsrat an "bedeutenden" Maßnahmen arbeiten, um Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen. 

Auch Frankreich forderte "eine schnelle und harte Reaktion der internationalen Gemeinschaft". Russland verurteilte den Start als Verstoß gegen UN-Resolutionen. Japan sprach von einer Bedrohung des Weltfriedens. 

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye verlangte – wie schon nach dem Atomtest des Nachbarns – harte Sanktionen gegen Pjöngjang. Zudem kündigte Seoul an, den Zugang seiner Landsleute zum gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Industriepark im grenznahen Kaesong auf nordkoreanischer Seite weiter zu beschränken. 

Nordkorea hatte den Raketenstart vorverlegt, ursprünglich war ein Startfenster zwischen dem 8. und 25. Februar vorgesehen gewesen.

Das Land hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet. Der Start wurde damals weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang auf.

dpa

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