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Deutschland / Welt Nordkorea droht Trump mit Absage von Gipfeltreffen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea droht Trump mit Absage von Gipfeltreffen
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07:02 16.05.2018
US-Präsident Donald Trump (l.) und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Quelle: AP
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Seoul

Nordkorea droht wegen Militärübungen der USA mit Südkorea das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump abzusagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nordkorea sagt Gespräche mit Südkorea ab
  • USA sehen keinen Grund für Verschiebung oder Absage des Treffens
  • Grund für die Drohung sind die „Max Thunder“-Übungen der US-Luftwaffe mit Südkorea

Nordkorea will Atomwaffen nicht gegen Wirtschaftshilfen eintauschen

Nordkoreas Staatsführung hat es kategorisch abgelehnt, das Atomwaffenarsenal des Landes im Gegenzug für Wirtschaftshilfen aufzugeben. Auch werde das geplante Gipfeltreffen mit Präsident Donald Trump nicht zustandekommen, wenn die USA weiter einseitig darauf bestünden, dass Nordkorea sein Atomprogramm aufgibt. Das sagte der nordkoreanische Vize-Außenminister Kim Kye Gwan am Mittwoch laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Er warf den Vereinigten Staaten demnach vor, sein Land durch politischen Druck in die Enge treiben zu wollen.

Südkorea bedauert Absage von Gesprächen

Südkorea hat die überraschende Absage von geplanten Versöhnungsgesprächen durch Nordkorea bedauert. Das Vereinigungsministerium in Seoul rief das Nachbarland am Mittwoch auf, so früh wie möglich Gespräche zu führen, die „dem Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel“ dienten. Die Regierung sei entschlossen, die gemeinsame Erklärung des bilateralen Gipfeltreffens vom 27. April umzusetzen.

Pentagon verteidigt Manöver mit Südkorea

Das Pentagon hat gemeinsame Militärübungen mit Südkorea gegen Kritik Nordkoreas verteidigt. Die unter dem Namen „Max Thunder“ bekannten Manöver seien jährliche Routine und hätten einen rein defensiven Charakter, sagte Pentagonsprecher Rob Manning am Mittwoch. Ziel der Übungen sei es, die Fähigkeiten für gemeinsame Operationen der USA und Südkorea zu verbessern. Die defensive Natur der gemeinsamen Manöver hätten sich in all den Jahrzehnten nicht geändert. Die Übungen seien lange angekündigt gewesen.

Weißes Haus reagiert zurückhaltend

Das Weiße Haus reagiert zurückhaltend:. „Wir sind uns des Medienberichts aus Südkorea bewusst. Die Vereinigten Staaten werden prüfen, was Nordkorea unabhängig davon gesagt hat“, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Sie ergänzte, die US-Regierung werde sich weiter eng mit ihren Verbündeten abstimmen.

USA treiben Planungen für Gipfel voran

„Wir machen weiter und treiben die Planungen für das Treffen von Präsident Trump und Kim Jong Un voran“, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Dienstag in Washington. Die Militärübungen der Amerikaner mit Südkorea stellten keinesfalls eine Provokation dar. „Das sind Dinge, die wir auf der ganzen Welt machen“, sagte sie.

Nordkorea kritisiert Übungen der US-Luftwaffe mit Südkorea

Laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA seien die Militärübungen nicht wie gewünscht eingestellt worden. So simulierten die südkoreanische und die US-Luftwaffe mit den sogenannten „Max Thunder“-Übungen Attacken auf den Norden - dies sei eine Provokation inmitten der Erwärmung der innerkoreanischen Beziehungen.

Diese Übung verletze die gemeinsamen Vereinbarungen von Süd- und Nordkorea nach dem Gipfeltreffens vom 27. April und seien eine vorsätzliche militärische Provokation. „Die Vereinigten Staaten werden sorgfältige Überlegungen anstellen müssen über das Schicksal des geplanten nordkoreanischen Gipfeltreffens“, hieß es in dem Bericht.

Ungeachtet der Entspannungssignale von Seiten Nordkoreas hatten die USA und Südkorea am Freitag das jährliche Manöver „Max Thunder“ gestartet, eine zweiwöchige Luftverteidigungsübung. An dem Manöver nehmen nach Berichten südkoreanischer Medien etwa 100 Kampfflugzeuge teil.

Nordkorea sagt Gespräche mit Südkorea ab

Die für Mittwoch geplanten Gespräche auf hoher Ebene sollten auf der südlichen Seite des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattfinden, um Folgemaßnahmen zu dem Gipfeltreffen der beiden koreanischen Führer im letzten Monat zu diskutieren. Durch die Gespräche wollte Südkorea versuchen, „die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und einen dauerhaften Frieden zu schaffen“.

Es ist ein historisches Aufeinandertreffen: Südkoreas Präsident Moon Jae und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen im Grenzdorf Panmunjom erstmals aufeinender. Die Bilder des Treffens.

Nordkorea beginnt mit Abbau seines Atomtestgeländes

Nordkorea hat vor dem jüngsten Rückschlag mit dem versprochenen Abbau seines Atomtestgeländes begonnen. Einige wichtige Einrichtungen an den Eingängen des Testgeländes Punggye-ri im Nordosten des Landes seien abgerissen worden, berichteten Fachleute der auf Nordkorea spezialisierten Nachrichtenseite „38 North“ des US-Korea-Instituts. Nordkorea hatte am Wochenende angekündigt, die Testanlage zwischen dem 23. und dem 25. Mai zu sprengen.

Von RND/dpa/ap/are

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