Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Nordkorea führt US-Student vor
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea führt US-Student vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:55 29.02.2016
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un: Das Land hat in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Quelle: EPA/YNA/RODONG SINMUN
Anzeige
Pjöngjang

Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier hat sich zum Diebstahl von Propagandamaterial bekannt. Er habe im Auftrag einer US-Kirche in einem Hotel in der Hauptstadt Pjöngjang ein Banner mit einem politischen Slogan gestohlen, sagte der US-Student, der im Januar wegen angeblicher "feindlicher Aktivitäten" von Nordkorea festgenommener worden war.

Nordkorea arrangiert Pressekonferenz

Die Mutter eines Freundes habe ihn gebeten, einen "wichtigen politischen Slogan" aus Nordkorea mitzubringen, um diesen als Trophäe in ihrer Kirche auszustellen, wurde der 21-jährige Otto Frederick Warmbier am Montag von den Staatsmedien zitiert. Warmbier habe vor Journalisten aus dem In- und Ausland gesprochen. Nordkoreas Regime hatte die Pressekonferenz arrangiert.

Als Belohnung sei ihm ein gebrauchtes Auto im Wert von 10.000 Dollar (etwa 9100 Euro) versprochen worden, sagte der Student der Virginia-Universität. Zudem werde die Friendship United Methodist Church 200.000 Dollar an seine Mutter übergeben, sollte er nicht zurückkehren.

Immer wieder Festnahmen

Warmbier war Anfang Januar festgenommen worden. Der junge Mann von der Universität von Virginia war nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA mit einem Touristenvisum eingereist, um die "Fundamente der Einheit" des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt.

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.

Lange Haftstrafe droht

Da Warmbier Verfehlungen im Dienst der US-Regierung angelastet werden, könnte ihm wegen Spionage der Prozess gemacht werden. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester in Nordkorea wegen Vorwürfen der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

Wenn gegen Ausländer unter dem Vorwurf "feindlicher Aktivitäten" ein Prozess eröffnet wird, versucht Pjöngjang, die Beschuldigten zu öffentlichen Geständnissen zu bewegen. Sie können dafür auf eine mildere Strafe oder eine vorzeitige Entlassung hoffen.

Im November 2014 war der aus Südkorea stammende US-Bürger Kenneth Bae freigekommen, der im April 2013 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Bevor Bae und sein Landsmann Matthew Miller freikamen, war US-Geheimdienstkoordinator James Clapper nach Nordkorea gereist.

dpa/afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sie provoziert gern, aber dieses Mal könnte sie zu weit gegangen sein: Erika Steinbach hat mit einem Foto-Kommentar zum Thema Flüchtlinge empörte Reaktionen hervorgerufen – und auch die eigene Partei gegen sich aufgebracht.

29.02.2016

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, langfristig die Asyl- und Versorgungsstandards für Flüchtlinge in Deutschland abzusenken. Auch die Rücksichtnahme auf die deutsche Geschichte sollte eine Anpassung an das europäische Niveau nicht verhindern.

28.02.2016

Vor zwei Jahren stimmten die Schweizer gegen die Masseneinwanderung von Ausländern. Jetzt ging es um die strikte Ausweisung krimineller Ausländer. Der Ausgang war auch eine Nagelprobe für den Rechtsstaat.

28.02.2016
Anzeige