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Nordkorea führt US-Student vor

Angebliches Geständnis Nordkorea führt US-Student vor

Ein US-Student hat sich im nordkoreanischen Fernsehen selbst "schwerer Verbrechen" gegen das sozialistische Land bezichtigt. Er war im Januar wegen angeblicher "feindlicher Aktivitäten" festgenommen worden.

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Nordkoreas Diktator Kim Jong-un: Das Land hat in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen.

Quelle: EPA/YNA/RODONG SINMUN

Pjöngjang. Der 21-jährige Otto Frederick Warmbier hat sich zum Diebstahl von Propagandamaterial bekannt. Er habe im Auftrag einer US-Kirche in einem Hotel in der Hauptstadt Pjöngjang ein Banner mit einem politischen Slogan gestohlen, sagte der US-Student, der im Januar wegen angeblicher "feindlicher Aktivitäten" von Nordkorea festgenommener worden war.

Nordkorea arrangiert Pressekonferenz

Die Mutter eines Freundes habe ihn gebeten, einen "wichtigen politischen Slogan" aus Nordkorea mitzubringen, um diesen als Trophäe in ihrer Kirche auszustellen, wurde der 21-jährige Otto Frederick Warmbier am Montag von den Staatsmedien zitiert. Warmbier habe vor Journalisten aus dem In- und Ausland gesprochen. Nordkoreas Regime hatte die Pressekonferenz arrangiert.

Als Belohnung sei ihm ein gebrauchtes Auto im Wert von 10.000 Dollar (etwa 9100 Euro) versprochen worden, sagte der Student der Virginia-Universität. Zudem werde die Friendship United Methodist Church 200.000 Dollar an seine Mutter übergeben, sollte er nicht zurückkehren.

Immer wieder Festnahmen

Warmbier war Anfang Januar festgenommen worden. Der junge Mann von der Universität von Virginia war nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA mit einem Touristenvisum eingereist, um die "Fundamente der Einheit" des Landes zu erschüttern. Dabei habe der Student "unter der Anleitung der US-Regierung" gehandelt.

In Nordkorea wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Ausländer festgenommen, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt und dann nach Gegenleistungen ausländischer Regierungen freigelassen. Häufig versucht Pjöngjang, die Gefangenen als Faustpfand in Verhandlungen einzusetzen.

Lange Haftstrafe droht

Da Warmbier Verfehlungen im Dienst der US-Regierung angelastet werden, könnte ihm wegen Spionage der Prozess gemacht werden. Im Dezember war ein 60-jähriger kanadischer Priester in Nordkorea wegen Vorwürfen der Aufwiegelung zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden.

Wenn gegen Ausländer unter dem Vorwurf "feindlicher Aktivitäten" ein Prozess eröffnet wird, versucht Pjöngjang, die Beschuldigten zu öffentlichen Geständnissen zu bewegen. Sie können dafür auf eine mildere Strafe oder eine vorzeitige Entlassung hoffen.

Im November 2014 war der aus Südkorea stammende US-Bürger Kenneth Bae freigekommen, der im April 2013 zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden war. Bevor Bae und sein Landsmann Matthew Miller freikamen, war US-Geheimdienstkoordinator James Clapper nach Nordkorea gereist.

dpa/afp

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