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Nordkorea provoziert mit erneutem Atomtest

Zweite Atom-Explosion in diesem Jahr Nordkorea provoziert mit erneutem Atomtest

Nordkorea bringt mit einem neuen Atomtest erneut die Weltgemeinschaft gegen sich auf. Frische Sanktionen sind so gut wie sicher. Doch Pjöngjang will das Atomprogramm unbedingt vorantreiben.

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Ein südkoreanischer Fernsehsender meldet den erneute Atomtest aus dem Nachbarstaat.

Quelle: dpa

Seoul. Nordkorea hat mit dem zweiten Atomtest in diesem Jahr erneut die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert. Ein "Atomsprengkopf" sei erfolgreich zur Explosion gebracht worden, berichtete am Freitag, dem 68. Jahrestag der Staatsgründung, das staatliche Fernsehen in Nordkorea. Südkoreas Militär, das den Test bestätigte, sprach von der bislang gewaltigsten Explosion bei einem Atomtest des weithin isolierten Nachbarlandes. Auch Japan ging von einem unterirdischen Atomversuch aus. Der insgesamt fünfte Atomtest des Landes löste scharfe Protest in der Region und darüber hinaus aus.

In einer Erklärung des nordkoreanischen Instituts für Atomwaffen hieß es, mit dem Test sollte die "Leistung eines Nuklearsprengkopfs" überprüft werden. Nordkorea sei in der Lage, standardisierte Sprengköpfe zu bauen, die auf strategische ballistische Raketen montiert werden können. Nordkorea könne "beliebig viele Sprengköpfe mit größerer Schlagkraft produzieren, die kleiner, leichter und von verschiedener Art" seien. Ziel des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ist es, Atomraketen zu entwickeln, die selbst die USA erreichen können. UN-Resolution verbieten Pjöngjang Atomversuche und Tests mit ballistischen Trägerraketen.

Nach dem Atomtest im Januar dieses Jahres und einen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea noch einmal verschärft. Das Regime hatte daraufhin weitere Atom- und Raketentests angekündigt, die sein souveränes Recht seien. 

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye warf Nordkorea nun "blindwütige Rücksichtslosigkeit" vor. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde die Alarmbereitschaft der Streitkräfte verstärkt. US-Präsident Barack Obama, der sich nach Angaben des Weißen Hauses mit Park und dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe am Telefon beriet, drohte dem kommunistischen Regime in Pjöngjang mit «ernsthaften Konsequenzen». Auch Nordkoreas traditioneller Verbündeter China protestierte gegen den Test. Das Umweltministerium des Landes begann mit Messungen von Radioaktivität an der gemeinsamen Grenze.

Der jüngste Test erfolgte nach wiederholten Drohungen gegen Südkorea und die USA sowie nach einer Reihe von Raketentests in den vergangenen Monaten. Erst am Montag hatte Nordkorea erneut Mittelstreckenraketen gestartet und damit den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im ostchinesischen Hangzhou belastet.  

Ungewöhnliche seismische Aktivitäten, die am Freitag im Gebiet um das nordkoreanische Testgelände Punggye-ri im Nordosten gemessen wurden, hatten sofort Spekulationen um einen neuen Atomtest ausgelöst. Während offizielle Stellen in Südkorea von einem Beben mit einer Stärke von 5,0 sprachen, berichteten die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und die US-Erdbebenwarte USGS von der Stärke 5,3. Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) sprach von einem "unüblichen seismischen Ereignis".

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs lag die Explosionskraft des Atomsprengkörpers bei zehn Kilotonnen und damit höher als bei allen bisherigen Tests durch Nordkorea. Zum Vergleich: Die Atombombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte eine Sprengkraft von rund 13 Kilotonnen. 

Bundesregierung bestellt nordkoreanischen Botschafter ein

Die Bundesregierung hat wegen des neuen nordkoreanischen Atomtests den Botschafter des kommunistischen Landes einbestellt. Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte den Test am Freitag in Berlin "mit aller Entschiedenheit". Nordkorea versuche offensichtlich, "in unverantwortlicher Weise eine weitere Destabilisierung in Nordostasien herbeizuführen".

Zugleich forderte Berlin die Regierung in Pjöngjang auf, den verschiedenen UN-Resolutionen Folge zu leisten. Nach dem vorigen Test im Januar hatten die Vereinten Nationen ihre Sanktionen verschärft. Deutschland gehört zu den vergleichsweise wenigen Ländern, die zu Nordkorea diplomatische Beziehungen unterhalten. 

UN-Sicherheitsrat kündigt neue Sanktionen an

Nach seinem neuen Atomtest drohen Nordkorea weitere Sanktionen der Staatengemeinschaft. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test scharf. Es werde nun eine Resolution mit "weiteren bedeutenden Maßnahmen" ausgearbeitet, teilte das höchste Gremium der Vereinten Nationen nach einer Sondersitzung mit. Südkorea wirbt bei den UN-Mitgliedstaaten um Unterstützung für härtere Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang. 

dpa

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