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Obama will 33.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen

US-Streitkräfte Obama will 33.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen

Nach fast zehn Jahren Afghanistan-Krieg wollen die USA die ersten Soldaten heimbringen – 33.000 bis zum Sommer 2012. Obamas Botschaft: Es ist Zeit, dass wir uns mehr um uns selbst kümmern.

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Alleine 2011 will Obama bereits 10.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen.

Quelle: dpa

Washington. US-Präsident Barack Obama leitet nach fast zehn Jahren Afghanistan-Krieg den Truppenabzug aus Afghanistan ein. In einer Rede an die Nation kündigte er am Mittwochabend (Ortszeit) an, bis zum Sommer nächsten Jahres 33.000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Bereits in diesem Jahr soll der Truppenumfang am Hindukusch um 10.000 schrumpfen. Seine Entscheidung stützte Obama insbesondere auf deutliche Fortschritte im Kampf gegen die Al-Kaida-Terroristen, die Afghanistan lange Jahre als Operationsbasis benutzt hatten.

Obama war angesichts der hohen Kriegskosten, der schwachen Wirtschaft und immensen Staatsverschuldung im eigenen Land zunehmend unter Druck geraten, die Afghanistan-Soldaten zügig nach Hause zu bringen. Ende nächsten Jahres finden in den USA Präsidentschaftswahlen statt, Obama bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. In seiner Rede erklärte er nun, es sei Zeit, dass sich die USA mehr auf sich selbst konzentrierten. „Es ist Zeit, an der eigenen Nation zu bauen.“

Zugleich erteilte er Rufen nach einem amerikanischen Isolationismus eine Absage. Stattdessen warb er für internationale Zusammenarbeit bei Krisen wie derzeit im Fall Libyen. Zurzeit sind etwa 100.000 US-Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Der Abzug von 33.000 Soldaten entspricht der Zahl, um die Obama die US-Truppen in Afghanistan im September 2009 aufgestockt hatte, um die wachsende Gewalt im Land einzudämmen.

„Al-Kaida steht unter mehr Druck als je zuvor“

„Wir beginnen diesen Truppenabbau von einer Basis der Stärke aus“, sagte Obama mit Bezug auf die Erfolge im Kampf gegen das Terrornetz Al-Kaida und offenbar auch mit Blick auf Spitzengeneräle, die sich für einen langsameren Abzug eingesetzt hatten. „Al-Kaida steht unter mehr Druck als je zuvor seit dem 11. September.“ Die Terrororganisation habe bereits Schwierigkeiten, getötete Kader zu ersetzen.

Zusammen mit Pakistan sei es gelungen, die Hälfte der Al-Kaida-Führung auszuschalten. „Und dank unserer Geheimdienstfachleute und Spezialeinheiten haben wir Osama bin Laden getötet, den einzigen Führer, den Al-Kaida jemals gekannt hat“, sagte Obama.

Der Präsident hob zudem die „ernsten Verluste“ hervor, die den radikalislamischen Taliban zugefügt worden seien. Er verwies weiter auf Fortschritte beim Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte, denen die USA und die Nato bis Ende 2014 die Verantwortung für die Sicherheitslage im Land übertragen wollen. Bis dahin solle der US-Truppenabbau „stetig“ fortgesetzt werden, sagte Obama, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen. „Natürlich bleiben große Herausforderungen, das ist der Anfang - aber nicht das Ende - unserer Bemühungen, diesen Krieg herunterzufahren.“

Gespräche mit den Taliban zur Friedenslösung

Obama räumte ein, dass es ohne eine politische Vereinbarung keinen Frieden in Afghanistan geben könne. So würden sich die USA an Initiativen zur Versöhnung der Bevölkerung unter Einschluss der Taliban beteiligen. Erst vergangene Woche hatte die US-Regierung erstmals offiziell bestätigt, dass sie mit den Taliban Gespräche mit dem Ziel einer politischen Friedenslösung sucht.

Obama nahm auch Pakistan in die Pflicht. Es müsse seine Rolle bei der Sicherung einer friedlichen Zukunft in der Region ausweiten. Solange er Präsident sei, werde er es nicht dulden, dass es in einem Land sichere Zufluchtsorte für Terroristen gebe, die die USA bedrohten.

Vor der Ansprache hatte der US-Präsident führende Politiker in der Region, allen voran den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, über seine Pläne informiert. Er telefonierte auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei einem Nato-Gipfel Mitte Mai nächsten Jahres in Chicago will der Präsident mit seinen Verbündeten über die weitere Afghanistan-Strategie beraten.

dpa

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