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Deutschland / Welt Obama will Terrormiliz IS den Kampf ansagen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Obama will Terrormiliz IS den Kampf ansagen
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14:09 10.09.2014
Am Mittwoch will US-Präsident Barack Obama seinen Plan zum Widerstand gegen die Terrormiliz Islamischer Staat vorstellen. Quelle: dpa
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Bagdad

Die USA rüsten sich für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Kurz vor einer Rede von US-Präsident Barack Obama zum weiteren militärischen Vorgehen ist sein Außenminister John Kerry zu einem Besuch im Irak eingetroffen. Die "New York Times" berichtete unterdessen unter Berufung auf einen ungenannten hohen Regierungsvertreter, Obama sei bereit, Luftschläge gegen den IS auch in Syrien zu genehmigen.

Seit einiger Zeit lassen die USA unbemannte Aufklärungsflugzeuge über Syrien fliegen, um Informationen über den Islamischen Staat zu sammeln. Kerry teilte am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er werde in Bagdad unter anderem den neuen Regierungschef Haidar al-Abadi und Außenminister Ibrahim Dschafari treffen.

Der Abstecher in den Irak war vorher nicht öffentlich angekündigt worden. Obama will in einer Rede zur Lage der Nation seinen Plan zur Vernichtung der IS-Miliz vorstellen. Es dürfte ihm bei der Ansprache darum gehen, die Amerikaner nach dem 2003 begonnenen Irakkrieg mit mehr als 4400 getöteten US-Soldaten auf einen weiteren längerfristigen Einsatz einzustimmen.

Bislang bombardieren US-Kampfflugzeuge die Extremisten nur im Irak. Die Terrormiliz beherrscht in beiden Ländern riesige Gebiete. Waffen und Kämpfer können die bisherige Grenze zwischen Syrien und dem Irak ungehindert passieren. Die Terrormiliz kann deswegen laut Experten nur dann ausgeschaltet werden, wenn sie auch in Syrien bekämpft wird.

In seiner Rede am Mittwochabend (Ortszeit/Donnerstag 0300 Uhr MESZ) muss Obama zugleich seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zaghafte Reaktion auf den IS-Vormarsch vorwerfen. Einen Einsatz von bewaffneten US-Bodentruppen im Irak und Syrien hat er ausgeschlossen. Am Dienstag hatte der US-Präsident führende Kongressmitglieder über den Anti-IS-Kampf informiert.

Kerrys besucht Bagdad nur zwei Tage, nachdem das irakische Parlament das neue Kabinett abgesegnet hat. Mit der Regierung aus Schiiten, Sunniten und Kurden verbindet sich die Hoffnung, die IS-Terrormiliz auch politisch stärker bekämpfen zu können. Kerry wird anschließend nach Jordanien und Saudi-Arabien weiterreisen. Dort will er für einen gemeinsamen Kampf gegen den IS werben. Bei einem Bombenanschlag auf eine der größten Rebellengruppen in Syrien wurde unterdessen neben deren Anführer fast die gesamte Führung der Miliz getötet.

Bei dem Attentat seien 40 bis 50 Kämpfer der islamistischen Organisation Ahrar al-Scham umgekommen, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Bombe war am Dienstag nach Angaben von Aktivisten bei einem Treffen der Al-Scham-Führung in Ram Hamdan in Nordwestsyrien explodiert. Dabei starb auch ihr Chef Hassan Abud. Neuer Anführer der Miliz ist laut den Menschenrechtsbeobachtern Haschim Al-Scheich. Ahrar al-Scham gehört dem Oppositionsbündnis Islamische Front an, die das Regime von Präsident Baschar al-Assad bekämpft. Zunächst war, wer für den Anschlag verantwortlich ist.

dpa

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