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Flüchtlinge sollen direkt nach Deutschland reisen

Forderung aus Österreich Flüchtlinge sollen direkt nach Deutschland reisen

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat Deutschland aufgefordert, direkt Flüchtlinge aus Griechenland und den Nachbarstaaten Syriens aufzunehmen.

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Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann fordert, dass Deutschland Flüchtlinge direkt aus Griechenland aufnimmt.

Quelle: EPA/STEPHANIE LECOCQ

Wien. Deutschland solle eine Tagesquote festlegen und Flüchtlingen in Griechenland, Jordanien und der Türkei Durchreise-Zertifikate ausstellen, sagte Faymann laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA in einem am Mittwoch veröffentlichten Zeitungsinterview. Österreich dürfe nicht zum "Warteraum" Deutschlands gemacht werden. "Dagegen wehren wir uns massiv", sagte Faymann.

Faymann: Situation nicht länger tragbar

Der österreichische Regierungschef will mit der Tagesquote und den vorgeschlagenen Durchreise-Zertifikaten sicherstellen, dass ankommende Flüchtlinge auch tatsächlich nach Deutschland einreisen können. Es sei nicht länger tragbar, "dass täglich mehrere tausend Menschen durchgewunken werden", sagte der Sozialdemokrat. Gleichzeitig lasse Deutschland aber jeden Tag nur eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen aus Österreich einreisen.

Eine Sprecherin Faymanns stellte auf Anfrage von APA klar, dass Österreich – sollte Deutschland dem Vorschlag zustimmen – nur noch Flüchtlinge einreisen lassen werde, die entweder in Österreich Asyl beantragen wollen oder ein Durchreise-Zertifikat der deutschen Behörden besitzen.

Einen ähnlichen Vorschlag hatte am Montag bereits der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil gemacht. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) keine Flüchtlings-Obergrenze wolle, solle sie "die Flüchtlinge direkt aus Griechenland nach Deutschland holen", sagte er. Deutschland profitiere "derzeit massiv von den Grenzkontrollmaßnahmen Österreichs auf der Balkanroute".

Forderung auch von Pro Asyl

Wegen der weitgehenden Schließung der Balkanroute durch Österreich und weitere Länder sitzen am griechisch-mazedonischen Grenzübergang Idomeni derzeit tausende Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen fest. Merkel kritisierte die nationalen Alleingänge bei Grenzschließungen oder Flüchtlingsobergrenzen am Mittwoch erneut. In der Zeitung "Volksstimme" sprach sie sich für "dauerhafte" Lösungen aus, "die nicht einseitig etwas festlegen, was andere Länder dann ertragen müssen".

Angesichts der eskalierenden Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze forderte auch die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl, dass Deutschland in Griechenland gestrandete Flüchtlinge direkt aufnimmt. Die Bundesregierung müsse "ein öffentliches Signal setzen, das europaweit wirkt", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Deutschland muss eine Vorreiterrolle übernehmen, aber andere EU-Staaten müssen nachziehen." Nur so könne eine humanitäre Katastrophe in dem Grenzgebiet zwischen Griechenland und Mazedonien verhindert werden.

afp

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