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Geiselnahme

Offenbar mehrere entführte Deutsche im Jemen getötet


Im Jemen sind offenbar mehrere entführte Deutsche getötet worden. Sieben der neun entführten Ausländer seien tot im Norden des Landes gefunden worden, sagte ein örtlicher Sicherheitsvertreter am Montag.
Im Jemen sind offenbar mehrere entführte  Deutsche getötet worden.

Im Jemen sind offenbar mehrere entführte Deutsche getötet worden.

© Patrick Baz/afp

Unter den neun Geiseln waren sieben Deutsche. Das Auswärtige Amt konnte die Angaben zum Schicksal der feutschen Geiseln zunächst allerdings nicht bestätigen.

Die Opfer seien ganz klar getötet worden, sagte der Vertreter der Sicherheitsbehörden weiter. Zwei Kinder seien dagegen unverletzt und wohlauf. Aus Ermittlungskreisen hieß es, die Geiseln seien nach ersten Erkenntnissen erschossen worden. Die Leichen wiesen zudem Stichwunden auf.

Am Sonntag hatten die Behörden mitgeteilt, unter den neun im Norden des Landes entführten Ausländern seien sieben Deutsche: ein Paar, drei Kinder und zwei Krankenschwestern. Zudem waren demnach ein britischer Ingenieur und eine südkoreanische Lehrerin verschleppt worden. Den Angaben zufolge gehörten die Entführten einer internationalen Hilfsorganisation an, die seit 35 Jahren ein Krankenhaus in der an Saudi-Arabien grenzenden Provinz Saada betreibt.

Der Sohn eines Stammesältesten habe die Opfer in Noshur, zwölf Kilometer von der Provinzhauptstadt Saada entfernt, entdeckt und die örtlichen Behörden informiert, sagte der Sicherheitsvertreter. Polizisten begaben sich nach Noshur und leiteten Ermittlungen ein. Ein Stammesführer in Noshur bestätigte AFP den Fund der sieben Toten.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte in Berlin, das Ministerium könne die Berichte vorerst nicht bestätigen. Der Krisenstab in Berlin und die Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bemühten sich mit Hochdruck um Aufklärung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in Berlin, die Angaben aus dem Jemen würden „eilig“ überprüft. „Im Augenblick kann ich keine Bestätigung seitens der Bundesregierung geben.“

Die jemenitischen Behörden gaben am Sonntag an, Mitglieder der schiitischen Rebellenorganisation Huthi hätten die Ausländer entführt. Ein Sprecher der Organisation bestritt dies jedoch kategorisch und sprach von einer „Schmutzkampagne“ der Regierung.

Wann die neun Ausländer als Geiseln genommen wurden, war zunächst unklar. Die südkoreanische Regierung teilte mit, dass eine 34-jährige Südkoreanerin vermisst werde, seit sie am Donnerstagabend andere Mitglieder der Hilfsorganisation bei einem Spaziergang begleitet habe.

In den vergangenen 15 Jahren wurden im Jemen mehr als 200 Ausländer entführt. Oft geht es dabei um Auseinandersetzungen mit der Regierung, in anderen Fällen wollen die Geiselnehmer inhaftierte Stammesmitglieder freipressen. Die Entführungen gingen im Gegensatz zum jetzigen Geiseldrama bisher meist glimpflich aus.

afp

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