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Statistik

Ostdeutschland liegt bei Kinderbetreuung weit vorne


Ostdeutschland liegt bei der Kinderbetreuung weiter mit großem Abstand vor den westlichen Bundesländern. Während dort die Betreuungsquote meist über 50 Prozent liegt, beträgt sie im Westen oft nur bis 15 Prozent.
Die niedrigsten Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren haben drei niedersächsischen Landkreise.

Die niedrigsten Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren haben drei niedersächsischen Landkreise.

© ap

Ostdeutschland ist bei der Kinderbetreuung weiter Spitze. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichte. Danach lag die Betreuungsquote im März vergangenen Jahres in mehr als jeder zweiten kreisfreien Stadt und in fast jedem dritten Landkreis im Osten bei mindestens 50 Prozent. In Westdeutschland wurden dagegen überwiegend nur zwischen fünf und 15 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe in entsprechenden Einrichtungen betreut. In Berlin betrug die Quote 41,5 Prozent.

Bis 2013 soll es einen bundesweit geltenden Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung geben. Dafür soll das Angebot auch im Westen auf 35 Prozent der Kinder bis zu drei Jahren ausgebaut werden. Der Deutsche Städtetag hält diese Quote aber für zu niedrig angesetzt, um den Rechtsanspruch auch tatsächlich einlösen zu können. Wegen der akuten Finanznot der oft hoch verschuldeten Kommunen bezweifeln er sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund, dass der Rechtsanspruch überhaupt bis zu diesem Zeitpunkt verwirklicht werden kann.

Dass die Quote in den neuen Bundesländern im Gegensatz zum Westen schon heute sehr viel höher liegt, hängt noch mit dem umfassenden System der Kinderbetreuung in der DDR zusammen. Die höchsten Betreuungsquoten gab es laut Statistischem Bundesamt in drei Landkreisen in Sachsen-Anhalt: Der Kreis Jerichower Land hatte mit 61,8 Prozent zum genannten Stichtag die bundesweit höchste Betreuungsquote, gefolgt vom Salzlandkreis (59,6 Prozent) und dem Landkreis Börde (57,7 Prozent).

Rechtsanspruch in Sachsen-Anhalt schon in Kraft

Sachsen-Anhalt ist den Angaben zufolge das einzige Bundesland, in dem alle Landkreise und kreisfreien Städte eine Betreuungsquote von mindestens 50 Prozent aufwiesen. In dem Bundesland besteht bereits ein Rechtsanspruch auf Tagesbetreuung für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres. Bundesweit gilt dieser Rechtsanspruch erst ab dem Kindergartenjahr 2013/2014. Die niedrigsten Betreuungsquoten für Kinder unter drei Jahren haben die niedersächsischen Landkreise Aurich (5,8 Prozent), Cloppenburg (5,3 Prozent) und Leer (3,6 Prozent).

Im Osten Deutschlands liegen die niedrigsten Betreuungsquoten für Kinder dieser Altersstufe bei 32,1 Prozent im sächsischen Erzgebirgskreis und im thüringischen Landkreis Eichsfeld mit 31,6 Prozent. Diese beiden Landkreise sind die einzigen in den neuen Bundesländern, die eine geringere Betreuungsquote für unter Dreijährige aufweisen als der Kreis mit der höchsten Betreuungsquote in Westdeutschland: die Stadt Heidelberg in Baden-Württemberg mit 35,8 Prozent.

Auch in einer Reihe weiterer westdeutscher Großstädte sind in den letzten Jahren so viele Krippen- und Kita-Plätze neu entstanden, dass sie für deutlich mehr als 20 Prozent der Kinder unter drei Jahren ausreichen. Um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung bis 2013 zu verwirklichen, sind aber noch gewaltige Anstrengungen nötig, wie der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus, kürzlich erläuterte. Und die könnten die Städte aufgrund der Finanzmisere nicht ohne weitere Finanzhilfen von Bund und Ländern bewältigen. Um etwa eine Betreuungsquote wie in den östlichen Bundesländern zu erreichen, seien im Westen weitere rund 510.000 Krippen- oder Kita-Plätze erforderlich.

ap

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