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Wenn der Papst mit der Straßenbahn fährt

Weltjugendtag in Polen Wenn der Papst mit der Straßenbahn fährt

"Tram del papa" statt "Papa-Mobil": Papst Franziskus fuhr am Donnerstag per Straßenbahn zum Gottesdienst auf dem Weltjugendtag in Polen. Damit wollte er sein Umweltbewusstsein demonstrieren.

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Der Papst in der Straßenbahn: Franziskus fuhr mit der "Tram del papa" zum Blonia-Park in Krakau.

Quelle: EPA/MACIEJ KULCZYNSKI

Krakau. Am zweiten Tag seiner Polen-Reise fuhr Franziskus mit der Tram zum Blonia-Park in Krakau, wo ihn die Teilnehmer des großen katholischen Welttreffens trotz Regens frenetisch feierten. Zu den Mitreisenden in der Bahn gehörten Freiwillige des Weltjugendtages und behinderte Jugendliche. Die päpstliche Straßenbahn wartete vor dem Bischofspalast, wo trotz strömenden Regens zahlreiche Pilger und Krakauer dem Kirchenführer zuwinkten. Mit der Fahrt in der in den Kirchenfarben weiß und gelb gestrichenen Tram will Franziskus Umweltbewusstsein demonstrieren.

Papst Franziskus rief die jungen Menschen beim Weltjugendtag zur Rebellion für eine bessere Welt auf. "Es schmerzt mich, wenn ich jungen Menschen begegne, die vorzeitig in Pension gegangen zu sein scheinen", sagte er am Donnerstag bei einer Begrüßungszeremonie vor Hunderttausenden begeisterten Katholiken in Krakau.

Schrecksekunde: Der Papst stürzt

"Es macht mir Sorgen, wenn ich junge Menschen sehe, die das Handtuch geworfen haben, bevor sie zum Wettkampf angetreten sind." Franziskus ermutigte die jungen Menschen, keine Angst vor Veränderungen zu haben. "Es ist schön und es tröstet mein Herz, euch so rebellisch zu sehen." Die Kirche könne davon lernen.

Bei seinem Abstecher in den Wallfahrtsort Tschenstochau hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche zuvor für eine Schrecksekunde gesorgt. Zu Beginn einer Open-Air-Messe stolperte er – mit einem Weihrauchfass in der Hand – an einem Absatz und stürzte. Der 79-Jährige konnte sich jedoch mit Hilfe von zwei Begleitern rasch wieder aufrichten und predigte wie geplant. Dem Papst gehe es gut, versicherte später ein Vatikansprecher. Er war in den vergangenen Jahren in seinen langen Gewändern schon mehrfach ins Straucheln geraten.

In Auschwitz will Franziskus schweigen

Am Freitag will der Argentinier als dritter Papst nach Johannes Paul II. und Benedikt XVI. das ehemalige deutsche NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Dort trifft er auch Holocaust-Überlebende. Anders als seine Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. will Franziskus bei seinem Auschwitz-Besuch schweigen.

Rabbiner und jüdische Verbände halten das Vorhaben, in Stille zu verharren, für angemessen. "Papst Franziskus ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen Antisemitismus und Heuchelei, und ein wahrer Freund des jüdischen Volkes. Wir danken ihm für seinen Besuch in Auschwitz, der eine wichtige Geste ist", sagte Ronald Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses.

dpa/RND

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