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Naher Osten

Papst für Palästinenserstaat

Papst Benedikt XVI. hat sich bei seinem Besuch im Westjordanland für einen eigenständigen Palästinenserstaat und für ein Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens ausgesprochen.

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Der Vatikan unterstütze das Recht der Palästinenser auf "eine souveräne palästinensische Heimat auf dem Boden ihrer Vorfahren", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Bethlehem.

Der Vatikan unterstütze das Recht der Palästinenser auf "eine souveräne palästinensische Heimat auf dem Boden ihrer Vorfahren", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Bethlehem.

© David Furst/afp

Den Opfern der jüngsten israelischen Offensive im Gazastreifen sprach er in Bethlehem sein "tiefes Mitgefühl" aus. Der Papst traf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, zudem stand ein palästinensisches Flüchtlingslager auf seinem Besuchsprogramm.

Der Vatikan unterstütze "das Recht Ihres Volkes auf eine souveräne palästinensische Heimat im Land Ihrer Vorfahren, sicher und in Frieden mit seinen Nachbarn, innerhalb der international anerkannten Grenzen", sagte der Papst während der Willkommenszeremonie in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu, an Palästinenserpräsident Abbas gerichtet. Auch wenn dieses Ziel in weiter Ferne scheine, solle die "Flamme der Hoffnung" auf eine Lösung erhalten bleiben. Für die Beilegung des Konflikts solle sich die internationale Gemeinschaft einsetzen, forderte Benedikt XVI. bei seinem ersten offiziellen Besuch im Westjordanland.

Mit seinem Werben für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten erhöhte der Papst den Druck auf die rechtsgerichtete israelische Regierung. Die Palästinenser rief der Papst auf, der Versuchung zu widerstehen, sich "Gewalt und Terrorismus zuzuwenden". Ein gerechtes und friedliches Zusammenleben der Völker im Nahen Osten könne nur durch einen "Geist der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts" erreicht werden, hob der Papst hervor.

Während einer Messe vor der Geburtskirche in Bethlehem betete Papst Benedikt XVI. für ein Ende der Blockade des Gazastreifens.
Palästinenserpräsident Abbas sagte, es sei Zeit, die Leiden der Palästinenser zu beenden. Er kritisierte die acht Meter hohe Mauer, die Israel zum Schutz vor Terror-Angriffen um Teile des Westjordanlands errichtet hat, als "Apartheidmauer".

Der Papst wollte anschließend das Flüchtlingslager Aida außerhalb Bethlehems besuchen, in dem rund 4600 Palästinenser leben. Danach war der Papst in Abbas' Residenz in Ramallah eingeladen.

Der Papst hatte am Montag die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem besucht. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich enttäuscht darüber gezeigt, dass Benedikt XVI. sich zu diesem Anlass nicht für die Schuld der Kirche in der Nazi-Zeit entschuldigt habe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, sagte hingegen im Bayerischen Rundfunk: "So wie ich das hier jetzt im heiligen Land selber erlebe, habe ich den Eindruck, dass die Sache Williamson im heiligen Land, in Palästina vorbei ist."

afp


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