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Papst ruft zum Frieden im Nahen Osten auf

Weihnachtsansprache Papst ruft zum Frieden im Nahen Osten auf

Die Weihnachtsbotschaften der Kirchen sind in diesem Jahr bestimmt von den Konflikten im Nahen Osten. In Rom wirbt der Papst für Dialog der verfeindeten Parteien, in deutschen Kirchen geht es vor allem um Flüchtlinge.

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Der Papst erbat "reichen Segen" für alle Menschen, "die sich großherzig einsetzen, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen und sie aufzunehmen".

Quelle: dpa

Rom/Berlin. Papst Franziskus hat zu Weihnachten zum Frieden im Heiligen Land aufgerufen. Gerade dort, wo Jesus als menschgewordener Sohn Gottes zur Welt gekommen sei, gingen Spannungen und Gewalt weiter, beklagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag in seiner Weihnachtsbotschaft von der Loggia des Petersdoms. Deutschlands Bischöfe forderten in ihren Weihnachtspredigten mehr Verständnis für Flüchtlinge und würdigten die Willkommenskultur im Land.

Überschattet von der seit Monaten andauernden Gewaltwelle feierten Christen aus aller Welt Weihnachten im Heiligen Land. Die Gläubigen pilgerten nach Betlehem im Westjordanland, dem biblischen Geburtsort Jesu Christi. Es kamen aber deutlich weniger als in den vergangenen Jahren.

Hoffnung auf Ende des "Waffendröhnens"

Papst Franziskus forderte in seiner Weihnachtspredigt: "Mögen Israelis und Palästinenser wieder in direkten Dialog miteinander treten und zu einer Übereinkunft gelangen, die den beiden Völkern erlaubt, in Harmonie zusammenzuleben." Er äußerte auch die Hoffnung auf ein baldiges Ende des "Waffendröhnens" in Syrien. Ebenso wichtig sei, dass die Vereinbarung über eine Einheitsregierung in Libyen die Unterstützung aller finde. Die Internationale Gemeinschaft müsse sich auch bemühen, die Gewalt im Irak, im Jemen und in Afrika zu beenden.

Die Bürgerkriege und gewalttätige Auseinandersetzungen bestimmten auch in Deutschlands Kirchen viele Weihnachtspredigten - nicht zuletzt wegen der Abertausenden Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten ins Land gekommen sind.

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann sagte in seiner Weihnachtsbotschaft: "Wir spüren: Keine noch so hohen Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und Schutzwälle können uns aus dieser weltweiten Schicksalsgemeinschaft herausnehmen."

Weihbischof Manfred Grothe erinnerte im Bistum Limburg daran, dass Deutschland in der Nachkriegszeit Millionen Vertriebene aufgenommen habe. Es wäre eine bittere Situation, wenn das nun mit Wohlstand beschenkte Land zu schnell sage: "Nein, wir haben keinen Platz."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hatte am Heiligabend im Münchner Hauptbahnhof einen Gottesdienst gemeinsam mit Flüchtlingen und Helfern gefeiert. Er würdigte deren Engagement: "Wir haben entdeckt, wie stark wir sind."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte an die "identitätsstiftende Kraft des Weihnachtsfests": "Trotz aller Geschichte der Gewalt und des Unrechts hat Europa doch immer wieder lernen dürfen und lernen können, dass mit diesem Kind von Bethlehem eine neue Schöpfung und damit eine endgültig neue Lebensperspektive eröffnet wurde", sagte der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Predigt am Heiligen Abend.

Der Papst erbat "reichen Segen" für alle Menschen, "die sich großherzig einsetzen, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen und sie aufzunehmen". Anschließend erteilte er den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). Geschätzte 30 000 bis 40 000 Menschen verfolgten seine Worte auf dem wegen Terrorgefahr in diesem Jahr besonders gesicherten Petersplatz.

Nach christlichem Glauben ist mit der Geburt Jesu Gott Mensch geworden. Das Datum ist nicht bekannt, doch wird der Tag seit der Spätantike am 25. Dezember gefeiert. Dieses Weihnachten fällt in ein außerordentliches Heiliges Jahr. Am 8. Dezember hatte der Papst die Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet.

dpa

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