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Atomanlage Jülich im Visier der Terroristen

Paris-Attentäter Atomanlage Jülich im Visier der Terroristen

Der Paris-Attentäter Salah Abdeslam sammelte offenbar Informationen zu Anschlagszielen in Deutschland: in seiner Wohnung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek bewahrte er Unterlagen über das deutsche Atomforschungszentrum Jülich auf. Diese Information liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem die HAZ gehört, exklusiv vor. 

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In Jülich lagern Castorbehälter mit hochradioaktiven, kugelförmigen Brennelementen aus dem mittlerweile stillgelegten Forschungsreaktor (Archivbild).

Quelle: Oliver Berg/dpa

Hannover. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, unterrichtete mehrere Mitglieder des streng vertraulich tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums des Deutschen Bundestages darüber, dass der Paris-Attentäter Salah Abdeslam in seiner Wohnung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek Unterlagen über das deutsche Atomforschungszentrum Jülich aufbewahrt habe. Demnach sind neben Ausdrucken von Artikeln aus dem Internet zu Jülich auch Fotos gefunden worden, die den Vorstandsvorsitzenden der Kernforschungsanlage, Wolfgang Marquardt, zeigen.

Diese Informationen bestätigten mehrere Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums dem RND. Sie seien durch Maaßen bereits Ende März jeweils in Vier-Augen-Gesprächen über das Thema Jülich informiert worden. Unklar ist, ob Maaßen diese Informationen auch an das Kanzleramt und das Bundesinnenministerium weitergegeben hat. Auf Anfrage des RND erklärten Kanzleramt und Innenministerium am Mittwoch, man habe keine Informationen zu dem geschilderten Sachverhalt.

Im Gegensatz dazu versicherten auf RND-Nachfrage am Mittwoch mehrere Bundestagsabgeordnete sowie ein zuständiger Terrorismusexperte des Verfassungsschutzes, es gebe diese Informationen, und der Behördenchef habe sie vertraulich entsprechend unterrichtet. 

Von Jörg Köpke und Dieter Wonka

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Kommentar

Der Fall Jülich wirft Fragen auf: Wie kann es sein, dass ein Verfassungsschutzpräsident, an Innenministerium und Kanzleramt vorbei, mit spektakulären Sonderinformationen auf einzelne Abgeordnete zugeht. Ein Kommentar von Matthias Koch.

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