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Deutschland / Welt Passanten stören Sommerinterview mit Gauland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Passanten stören Sommerinterview mit Gauland
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16:51 12.08.2018
Alexander Gauland (l), Fraktionsvorsitzender der AfD, im Gespräch mit Thomas Walde (ZDF) Quelle: Jule Roehr/ZDF/dpa
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Potsdam

AfD-Chef Alexander Gauland ist bei der Aufzeichnung eines Sommerinterviews mit dem ZDF in Potsdam von Passanten ausgebuht und beschimpft worden. Drei Demonstranten hielten während der Aufzeichung des Gesprächs in Potsdam Schilder hoch mit der Aufschrift „Schämen Sie sich“, berichtete der Sender. Außerdem buhten sie und riefen: „Gauland, die Schande im Herzen von Potsdam“.

Nach etwa zwei Minuten beendeten die Demonstranten ihren Protest und verließen auf eine entsprechende Bitte eines ZDF-Redakteurs den Interviewort wieder, teilte der Sender mit. Alexander Gauland und ZDF-Moderator Thomas Walde setzten das Gespräch daraufhin fort.

Anfang Juni hatte ein Unbekannter Gauland beim Baden bestohlen, wie die „Märkische Allgemeine“ berichtete. Der Dieb soll gerufen haben: „Kein Badespaß für Nazis“. Der Dieb stahl dem Politiker unter anderem die Schlüssel.

Gauland: Menschen spielen keine große Rolle beim Klimawandel

In dem Interview erklärte Gauland, die Menschheit sei machtlos gegenüber der Erderwärmung. „Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können“, sagte er. „Wir hatten früher Heißzeiten, wir hatten früher kalte Zeiten, längst vor der Industrialisierung.“ Die AfD zweifelt die nach Einschätzung der allermeisten Wissenschaftler treibende Rolle des Menschen beim Klimawandel an und fordert in ihrem Wahlprogramm den Austritt Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen. Auch Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz hält den Klimawandel für kein von Menschen verursachtes Phänomen.

Rentenkonzept gibt es noch immer nicht

Gauland verteidigte zugleich den Entschluss der Partei, erst im kommenden Jahr ein Rentenkonzept vorzulegen. Es gehe um ein schwieriges Thema. Auf die Frage, wie sich die private Vermietung von Wohnungen über die Plattform Airbnb regeln lasse, sagte der Parteichef: „Eine Regulierungsmöglichkeit haben wir auch nicht gefunden.“ Allerdings solle der Bund viel mehr Geld in den Bau von Häusern und Wohnungen stecken.

„Wir sind als Partei groß geworden gegen bestimmte Fehlentwicklungen“, sagte Gauland auf die Bemerkung seines Gesprächspartners, dass seine Partei Antworten auf Zukunftsfragen schuldig bleibe. „Auf dem Gebiet sind wir auch die Oppositionspartei. Das war ursprünglich die Eurorettung, das ist die Flüchtlingskrise. Dann gibt es andere politische Themenfelder, die sich natürlich erst langsam entwickelt haben, auch in der Partei.“ Die Aufzeichnung des Interviews am Sonntagmorgen in Potsdam wurde kurzfristig von Passanten gestört, die Gauland beschimpften und ausbuhten.

Von MAZOnline/RND

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