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Deutschland / Welt Petry und Weidel nehmen Seehofer in Schutz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Petry und Weidel nehmen Seehofer in Schutz
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19:17 12.07.2018
Frauke Petry, ehemalige AfD-Parteivorsitzende, und Alice Weidel, aktuelle AfD-Parteivorsitzende. Quelle: dpa
Berlin

Die Bundestagsabgeordnete Frauke Petry hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gegen Kritik von Grünen, SPD und Linken verteidigt. Seinen Rücktritt zu fordern, nur weil der CSU-Vorsitzende „seiner Freude über einen halbwegs gut gefüllten Flieger mit illegalen Migranten freien Lauf ließ“, sei ungerechtfertigt, sagte Petry am Donnerstag. Die Abgeordnete war im vergangenen Jahr aus der AfD ausgetreten und hatte die „Blaue Partei“ gegründet.

„Der tragische Tod des mehrfach vorbestraften Afghanen ist trotz vieler unbestreitbarer Fehler dennoch nicht Seehofers Schuld“, erklärte Petry. Allein Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit ihrer „ebenso unverantwortlichen wie eigenmächtigen Einladung an alle Welt, Menschen Versprechungen gemacht, die sie am Ende des Tages gar nicht halten kann“.

Seehofer hatte am Dienstag bei der Vorstellung seines „Masterplans Migration“ gesagt: „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.“ Die Äußerung löste sofort einen Sturm der Kritik aus. Dieser gewann einen Tag später noch an Heftigkeit, als bekannt wurde, dass sich einer der 69 Männer in Kabul erhängt hatte.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, verwies auf Mordfälle, bei denen Asylbewerber als Tatverdächtige ermittelt worden waren. Sie schrieb auf Twitter: „Pure Heuchelei um #Seehofer: Wer ist denn dann für den Tod der jungen Mädchen verantwortlich?“

Politiker der Linken, der Grünen und der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert forderten Seehofers Rücktritt. In der Union ließ man den Spruch des Ministers unkommentiert.

Von RND/dpa