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Deutschland / Welt Polizei räumt Camp von Idomeni
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Polizei räumt Camp von Idomeni
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11:20 24.05.2016
Die Räumung des provisorischen Flüchtlingscamp von Idomeni  soll mehrere Tage dauern. Quelle: dpa
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Athen/Idomeni

Die Evakuierung des wilden Lagers von Idomeni im Norden Griechenlands verläuft Medienberichten zufolge ruhig und ohne Gewaltanwendung. Das griechische Staatsfernsehen (ERT) zeigte am Morgen erste Videoaufnahmen aus dem Lager.

Migranten und Flüchtlinge sammelten ihr Hab und Gut und stiegen in Busse ein, um in organisierte Auffanglager gefahren zu werden. Dieses Bild ergab sich auch aus Fernsehaufnahmen, die von der mazedonischen Seite der Grenze aus gedreht wurden. Polizisten sprachen mit Migranten, Busse standen bereit.

Das wilde Flüchtlingslager in Idomeni gilt als trauriges Sinnbild der Flüchtlingskrise: Seit der Schließung der Balkanroute Ende Februar 2016 harren vor der Grenze zu Mazedonien tausende Menschen aus. Nun lassen die griechischen Behörden das Lager räumen.

Die Sondereinheiten der griechischen Bereitschaftspolizei waren auf diesen Bildern nicht zu sehen. Die ersten Busse haben bereits Idomeni verlassen. Reporter zählten neun Busse. Die Migranten winkten ihnen aus den Bussen zu.

"Wollen keine Gewalt anwenden"

Die griechischen Behörden hatten am frühen Dienstagmorgen mit der angekündigten Räumung des wilden Lagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten das Lager weiträumig ab. Die Aktion wird wohl mehrere Tage dauern. 

Gewalt will die Regierung in Athen nicht anwenden. Die Menschen sollen in organisierten Auffanglagern untergebracht werden.  Wie der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, am Vortag der dpa gesagt hatte, werde die Aktion mehrere Tag dauern. "Wir wollen keine Gewalt anwenden. Die Evakuierung wird bis zu zehn Tage lang dauern", sagte er.

An der Aktion nehmen nach Berichten griechischer Medien rund 1400 Polizisten teil. Die Behörden begleiten mehrere Übersetzer.

Am Vortag hatten Augenzeugen Dutzende Migranten beobachtet, die das Lager von Idomeni verließen, um sich offenbar in der Region zu verstecken. Aktivisten hatten sie über die bevorstehende Räumungsaktion informiert. Andere Migranten, in ihrer Mehrheit Familien, fuhren freiwillig in andere Lager.

Idomeni

  • Noch vor gut einem Jahr war der kleine griechische Grenzort Idomeni bestenfalls unter Eisenbahnromantikern, Rucksacktouristen und ehemaligen Gastarbeitern bekannt. Kaum 200 Bewohner leben dort in unmittelbarer Nachbarschaft zur mazedonischen Grenze. Es gibt einen kleinen Bahnhof, der Güterverkehr von und nach Griechenland rattert über die Strecke.
  • Im Jahr 2015 jedoch wurde der Grenzübergang im Zuge der Flüchtlingskrise zum Startpunkt der sogenannten "Balkanroute": Wer es von Syrien und anderen Ländern zu den griechischen Inseln schaffte, reiste früher oder später über Idomeni entlang der Eisenbahnschienen weiter gen Norden.
  • Als Mazedonien seine Grenze im Februar dieses Jahres schloss, um den Flüchtlingszustrom zu stoppen, erlangte Idomeni schließlich traurige Berühmtheit. Quasi über Nacht sammelten sich fast 15.000 Flüchtlinge und Migranten an der Grenze an. Mitten im Nirgendwo entstand ein provisorisches, wildes Lager, ohne Toiletten, ohne medizinische Versorgung.
  • Bis heute harrt ein harter Kern aus Flüchtlingen und Migranten in der Zeltstadt von Idomeni unter schlechten Bedingungen aus. Die Menschen hoffen immer noch, die Grenze könne sich öffnen, und wollen deshalb nicht in staatliche Auffanglager umsiedeln. Obwohl mittlerweile viele Hilfsorganisationen vor Ort sind, verschlimmert sich die Situation. Unter anderem kursieren Berichte über Prostitution und Drogenhandel im Lager.

dpa/RND/zys

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