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Polizei geht mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor

Hongkong Polizei geht mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor

Pfefferspray gegen Regenschirme: Die Polizei in Hongkong räumt die Blockade eines Verkehrstunnels. Dutzende werden festgenommen, mehrere verletzt - eine solche Konfrontation gab es seit zwei Wochen nicht. 

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Mit Pfefferspray gegen Regenschirme: Die Polizei ist in der Nacht gewaltsam gegen die Demonstranten in Hongkong vorgegangen.

Quelle: rtr

Hongkong. Bei einem gewaltsamen Einsatz der Polizei gegen Demonstranten in Hongkong sind in der Nacht zum Mittwoch 45 Menschen festgenommen worden. Es waren die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Tränengaseinsatz zu Beginn der Demonstrationen für mehr Demokratie in Chinas Sonderverwaltungsregion vor zwei Wochen. Vier Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt. Eine unbekannte Zahl von Demonstranten wurde verletzt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.  

In einer Nachtaktion räumten Hunderte Polizisten den wenige Stunden zuvor überraschend von Aktivisten besetzten Tunnel der Lung Wo Straße nahe des Regierungssitzes und öffneten die Hauptverkehrsader wieder für den Verkehr. Es gab chaotische Szenen, als Polizisten Demonstranten zu Boden rangen. Unter den Festgenommenen sind 37 Männer und acht Frauen, wie die Polizei berichtete.  

Für Empörung sorgte am Morgen ein Video, das der Fernsehsender TVB ausstrahlte und zeigt, wie Polizisten bei dem Einsatz einen Mann in eine dunkle Ecke tragen, auf den Boden legen und immer wieder mit Fußtritten traktieren. Hunderte Demonstranten campierten die Nacht über wieder an den drei Hauptprotestorten in den Stadtvierteln Admiralty und Causeway Bay auf der Insel Hongkong sowie im belebten Geschäftsviertel Mong Kok auf der Halbinsel Kowloon.  

Die Proteste in der früheren britischen Kronkolonie, die seit 1997 als autonom regierte Sonderverwaltungsregion zu China gehört, dauern bereits seit mehr als zwei Wochen an. Auslöser waren Beschlüsse Pekings, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Die Wahlreform geht vielen Hongkongern nicht weit genug.   

Die Regierung hatte vergangene Woche geplante Gespräche mit den Demonstranten über Auswege aus der politischen Krise kurzfristig wieder abgesagt. Die Proteste waren bislang weitgehend friedlich geblieben. Die Zentralregierung in Peking gibt sich weiter hart.  

Die Proteste seien „zum Scheitern verurteilt“, kommentierte am Mittwoch das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ und verteidigte das Vorgehen der Polizei in Hongkong. „Fakten und Geschichte lehren uns, dass radikale und illegale Aktionen, die ihren Weg nehmen konnten, nur in noch schwerwiegenderen gesetzwidrigen Handlungen enden, die Chaos und Unruhen verschärfen“, schrieb das Parteiblatt. „Stabilität ist ein Segen, Aufruhr bringt Chaos.“    

Die Besetzung des Lung Wo-Tunnels am Vorabend geht nach Angaben von Studentenführern nicht auf die Studentenvereinigung oder die „Scholarism“ genannte Gruppe der Oberschüler zurück, die als treibende Kräfte hinter den Protesten stehen.

Vielmehr hätten einige Demonstranten offenbar auf eigene Faust gehandelt, zitierten lokale Medien einen Studentenführer. Es sei eine Reaktion auf die Räumung von Barrieren durch die Polizei am Dienstag und die Absage des ursprünglich geplanten Dialogs durch die Regierung gewesen.  

Nach der Aktion zur Beseitigung der Blockade des Tunnels berichtete die Polizei, ein Beamter sei auch durch die Spitze eines Regenschirms verletzt worden. Wegen ihrer Schirme, die Demonstranten gegen Pfefferspray und zum Schutz vor der Sonne benutzen, wird die Demokratiebewegung „Regenschirm-Revolution“ genannt.

dpa

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