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Premier bei Gedenkzeremonie in Nizza ausgebuht

Manuel Valls Premier bei Gedenkzeremonie in Nizza ausgebuht

Bei der Gedenkzeremonie für die 84 Todesopfer von Nizza ist Frankreichs Premierminister Manuel Valls ausgebuht worden. Er selbst bezeichnete die Reaktion als "unwürdig".

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Mit einer landesweiten Schweigeminute wurde am Montag der Opfer des Anschlags von Nizza gedacht. Premierminister Manuel Valls (Mitte) schlugen am Ort des Geschehens in Nizza wütende Proteste entgegen.

Quelle: Olivier Anrigo

Nizza. Vor und nach der Schweigeminute am Strandboulevard wurden am Montagmittag aus der Menge Rufe wie "Rücktritt" und "Mörder" laut. Applaus gab es dagegen für die Rettungskräfte und Feuerwehrleute, die sich um die Toten und rund 300 Verletzten gekümmert hatten. Valls selbst bezeichnete die Buhrufe und Pfiffe als "unwürdig" und als Äußerungen einer Minderheit.

"Die große Mehrheit der Bürger war gekommen, um sich zu sammeln", sagte er der Zeitung "Nice Matin". In Nizza nahmen Tausende Menschen an der Schweigeminute auf der Promenade des Anglais teil. Dort war ein in Nizza lebender Tunesier am Donnerstagabend während der Feiern zum Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in die Menge gerast. Präsident François Hollande gedachte der Opfer im Innenministerium in Paris in Anwesenheit zahlreicher Sicherheitskräfte.

Frankreich will weiter IS-Stellungen angreifen

Zuvor hatte Hollande erneut das Sicherheitskabinett einberufen – zum dritten Mal seit dem Anschlag. Im Anschluss bekräftigte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, Frankreich werde auch weiterhin Stellungen des IS im Irak und in Syrien angreifen. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, die Regierung werde zusätzliche Sicherheitskräfte mobilisieren, um touristische Orte wie etwa Strände abzusichern sowie Großveranstaltungen aus den Bereichen Kultur und Sport. Einen Rücktritt lehnte Cazeneuve ab.

Die rechtspopulistische Partei "Front National" (FN) hatte dies gefordert und dem Innenminister Versagen vorgeworfen. Auch aus den Reihen der oppositionellen Republikaner hieß es, die Regierung tue nicht genug für die Sicherheit der Franzosen. In diesem Sinne äußerte sich etwa der frühere Präsident Nicolas Sarkozy. 

afp/RND

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