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30.000 demonstrieren gegen Agrarpolitik

Proteste in Berlin 30.000 demonstrieren gegen Agrarpolitik

Rund 30.000 Menschen haben am Sonnabend in Berlin gegen Massentierhaltung und gentechnisch veränderte Landwirtschaftsprodukte demonstriert.

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Lass die Sau raus: 30.000 Menschen haben am Sonnabend in Berlin gegen Massentierhaltung und gentechnisch veränderte Landwirtschaftsprodukte demonstriert.

Quelle: dpa

Berlin. Unter dem Motto "Wir haben es satt" führten nach Angaben der Veranstalter "hunderte Bauern und 70 Trecker" die Menge vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt, um gegen die Landwirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren. Anlass für die Demonstration war die derzeit in Berlin stattfindende Grüne Woche.

Die Demonstranten forderten einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Statt weiterhin "Klientelpolitik für die Agrarindustrie" zu betreiben, solle sich die Bundesregierung für eine "tiergerechte und ökologische Agrarwende" einsetzen.

"Wer Megaställe genehmigt und subventioniert, lässt die Bauern im Stich und handelt gegen die Interessen von Verbrauchern, Tieren und Umwelt", erklärte Jochen Fritz vom Bündnis "Wir haben es satt". Er kritisierte eine mögliche Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa und forderte "eine Landwirtschaftspolitik, die das Arten- und Höfesterben stoppt und den Hunger in der Welt bekämpft."

Neben Tierwohl und Gentechnik rückten die mehr als 100 Unterstützerorganisationen vor allem das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA in den Blickpunkt. Das Abkommen schade Verbrauchern und Landwirten gleichermaßen. "Chlorhühnchen, Hormonfleisch und Gentechnik auf dem Teller lehnen wir ab", erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund). Stattdessen sollten die bäuerlichen Betriebe in Deutschland gefördert werden.

Der Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix Prinz zu Löwenstein, erklärte, die Zukunft der Landwirte hänge davon ab, ob sie weiterhin gentechnikfrei produzieren könnten. Es sei entscheidend, dass die Bundesregierung in Brüssel mit einem klaren Nein gegen die Zulassung der Gentech-Maissorte "1507" stimme.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder forderte ein neues Denken und Handeln bei der Tierhaltung. "Immer größere Bestände mit immer mehr manipulierten Hochleistungstieren" seien ein Irrweg.

Am Funkturm befestigten Kritiker der Grünen Woche am Samstag in großer Höhe ein Transparent. Darauf stand nach Angaben einer Sprecherin: "Bloß nicht genau hinsehen". Darunter war das Symbol der drei Affen zu sehen, die nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen. Die Gruppe "Grüne Woche demaskieren" wurde erst kürzlich von Tier- und Umweltschützern gegründet.

Die Proteste fanden aus Anlass der Landwirtschaftsschau Grüne Woche statt, die zurzeit in den Berliner Messehallen landwirtschaftliche Erzeugnisse aus aller Welt zeigt. Sie dauert noch bis zum kommenden Sonntag. Mit rund 1700 Ausstellern aus 70 Ländern verzeichnet sie nach Angaben der Messe Berlin in diesem Jahr die höchste Länderbeteiligung seit der ersten Grünen Woche 1926. Die Ausstellerzahl ist die höchste seit 15 Jahren.

afp

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