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Türkei kündigt Maßnahmen gegen Deutschland an

Reaktion auf Armenien-Resolution Türkei kündigt Maßnahmen gegen Deutschland an

Die Türkei will Protestmaßnahmen gegen Deutschland ergreifen. Präsident Erdogan reagiert damit auf die Armenien-Resolution des Bundestages. Eine regierungsnahe türkische Zeitung machte Deutschland außerdem für einen Autobombenanschlag in Istanbul verantwortlich.

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Ein Mann mit der Ausgabe der türkischen Tageszeitung "Günes": Das Blatt macht auf seinem aktuellen Titelblatt Deutschland für den blutigen Anschlag vom Dienstag in Istanbul verantwortlich.

Quelle: Linda Say

Istanbul. "Die zuständigen Behörden, allen voran das Außenministerium, bereiten einen Aktionsplan vor", sagte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Mittwoch bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Ankara. Die vorgeschlagenen "Maßnahmen" würden dann dem Ministerpräsidenten und dem Präsidenten vorgelegt. Details würden erst danach mitgeteilt.

Die Türkei hatte vehement gegen die Bundestagsresolution protestiert. Präsident Erdogan sprach Deutschland mit drastischen Formulierungen das Recht ab, die Türkei des Völkermords zu bezichtigen. Außerdem rückte er Bundestagsabgeordnete wie den Grünen Cem Özdemir in die Nähe der kurdischen Terrororganisation PKK gerückt. Der Bundestag hatte vergangene Woche den Mord an 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren als Genozid eingestuft.

Zeitung macht Deutschland für Anschlag verantwortlich

Die regierungsnahe türkische Zeitung "Günes" machte Deutschland außerdem für den Autobombenanschlag in Istanbul mit mindestens elf Toten verantwortlich. "Deutsches Werk", lautet die Schlagzeile auf der Titelseite vom Mittwoch. Deutschland habe die harte Reaktion der Türkei auf die "beschämende" Völkermordresolution des Bundestages nicht ertragen. "In Panik geratend, ist es in alte Gewohnheiten zurückgefallen. Es hat die Terrororganisationen, die es als Marionette benutzt, einen blutigen Anschlag in Istanbul verüben lassen."

Das Blatt beruft sich dabei auf Volkes Stimme: "So denkt die Türkei", schreibt "Günes". Mit einer Auflage von gut 100.000 Exemplaren gehört "Günes" zu den zehn größten Zeitungen des Landes, wenn man die Sportpublikationen nicht berücksichtigt. Bei dem Anschlag in Istanbul waren am Dienstag elf Menschen getötet worden. Die Regierung hat bislang noch keine Terrorgruppe dafür verantwortlich gemacht.

Außenminister: "In Deutschland ist die Presse nicht frei"

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte am Dienstag unterstellt, deutsche Medien würden in ihrer türkeifeindlichen Berichterstattung gesteuert. "In Deutschland wird nichts dem Zufall überlassen", sagte er dem Staatssender TRT. "Keine von den türkeifeindlichen und Recep-Tayyip-Erdogan-feindlichen Schlagzeilen ist Zufall. In Deutschland ist auch die Presse nicht frei."

Cavusoglu sagte weiter: "Es kann kein Zufall sein, dass die Zeitungen im Spektrum von ganz rechts bis ganz links am selben Tag mit denselben Schlagzeilen gegen die Türkei und gegen Recep Tayyip Erdogan schreiben. Also in Deutschland ist alles systematisch. Und diese Resolution ist in den Bundestag in dieser Systematik im Rahmen eines Planes eingebracht worden."

dpa/RND

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