Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Datenleck bringt zahlreiche Staatschefs unter Druck
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Datenleck bringt zahlreiche Staatschefs unter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 05.04.2016
Das Leck umfasst E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente. Quelle: dpa
Anzeige
Hamburg

Das Leck umfasst E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 214.000 Gesellschaften, vor allem in Panama und auf den Britischen Jungferninseln. Die Daten legen die Offshore-Geschäfte von insgesamt 140 Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offen. Insgesamt finden sich in den Unterlagen die Namen von zwölf amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs, zum Beispiel die Premierminister von Island und Pakistan und die Präsidenten von Argentinien und der Ukraine. In den Unterlagen tauchen aber auch Namen von Spionen, Drogenhändlern und anderen Kriminellen auf. Zudem haben zahlreiche Sportstars und Prominente Offshore-Firmen genutzt.

Datensatz ist 2,6 Terabyte groß

Namen mehrerer enger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin finden sich in den Unterlagen wieder. Einer ist Sergej Roldugin, der als bester Freund des Präsidenten gilt und Taufpate seiner Tochter ist. Roldugin, in Russland ein bekannter Cellist, war an einem Netz von Briefkastenfirmen beteiligt, in dem innerhalb weniger Jahre mehr als zwei Milliarden US-Dollar verschoben wurden. Auch international sanktionierte Geschäftsleute wie der Cousin von Präsident Baschar al-Assad oder Monarchen, wie der König von Saudi-Arabien haben den Unterlagen zufolge Offshore-Firmen genutzt.

Die Daten stammen von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Eine anonyme Quelle hat sie der Süddeutschen Zeitung überlassen, die sie mit dem Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) sowie dem NDR und dem WDR teilte. Insgesamt umfasst das Leck 11,5 Millionen Dateien, der größte Teil davon aus den Jahren 2005 bis 2015. Der Datensatz ist 2,6 Terabyte groß. Die Rechercheergebnisse betreffen nahezu jedes Land der Erde und werden seit Sonntagabend weltweit von 109 Medien unter dem Titel „PanamaPapers“ veröffentlicht.

In Deutschland haben Journalisten des NDR Fernsehens, des Radioprogramms NDR Info und des WDR die Unterlagen in mehrmonatiger Arbeit ausgewertet, gemeinsam mit den Kollegen der Süddeutschen Zeitung.

Online berichtet Tagesschau.de mit einer Multimedia-Geschichte, auf ndr.de und wdr.de finden sich umfangreiche Texte. Das NDR Medienmagazin „ZAPP“ berichtet am Mittwoch, 6.April, um 23.20 Uhr monothematisch unter dem Titel „Eine Quelle, 400 Journalisten — Die Geschichte der PanamaPapers“.

r.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, hat sich für die Einsetzung eines Integrationsministeriums ausgepsorchen. Im Interview kritisiert er zudem die Unterstellung in der Integrationsdebatte, dass Menschen, die aus der Not heraus geflohen seien, „zur Integration gezwungen werden müssen“. 

06.04.2016

Die Gewalteskalation zwischen Armenien und Aserbaidschan in Berg-Karabach zeigt: Die Lage im Südkaukasus ist fragil wie nie. Gibt es Hoffnung auf neue Friedensverhandlungen zwischen den Ex-Sowjetrepubliken?

03.04.2016

Es wird als "Zeichen der Hoffnung" gesehen. Vom Brüsseler Flughafen Zaventem sollen wieder die ersten Passagiere abfliegen. Unter dem Eindruck der Terrorattacken werden jedoch die Sicherheitskontrollen verschärft.

03.04.2016
Anzeige