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Deutschland / Welt Showdown beim TV-Duell zwischen Clinton und Trump
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Showdown beim TV-Duell zwischen Clinton und Trump
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00:15 27.09.2016
Von Stefan Koch
Quelle: dpa/Collage (Symbolbild)
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Washington

Und angesichts der knappen Umfrageergebnisse erscheint es sechs Wochen vor der Wahl tatsächlich als völlig offen, wer zum Sieger gekürt wird. Auf beiden Kandidaten lastet ein enormer Druck: Eine misslungene Bemerkung, ein zu grober Angriff oder ein Moment der Unaufmerksamkeit können unzählige Stimmen kosten. Monatelang haben sie auf diesen Moment hingearbeitet, und nun könnte sich das Blatt in dem 90-minütigen Streitgespräch innerhalb von Sekunden ändern. Clinton soll sogar Psychologen zur Rate gezogen haben, um sich auf ihren Gegner vorzubereiten, der schon so viele althergebrachte Regeln des Politikbetriebs gebrochen hat. Donald Trump wiederum lässt ausrichten, sich bei der Debatte ganz auf sein Bauchgefühl zu verlassen: "Wenn wir uns mit Respekt begegnen, ist alles in Ordnung", sagte der 70-Jährige am Freitag gegenüber Fox News.

Seit der Republikaner in den Umfrage überraschend nah an die bisherige Favoritin heranrückt, mag kaum jemand noch eine Prognose abgeben. Trump, der Außenseiter, liegt sogar in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Ohio, Wisconsin und North Carolina vorn.

Robert Mook, oberster Wahlkampfmanager der Demokraten, will sich von den landesweiten Erhebungen nicht irritieren lassen und betont die Besonderheiten des US-Wahlsystems: "Da Hillary in den großen Bundesstaaten an der Ost- und Westküste führt, besitzt sie einen großen strategischen Vorteil." Nach Einschätzung des Analysten hat Trump kaum noch eine Chance, da die Demokraten selbst in früheren Republikaner-Hochburgen wie Arizona aufgeholt hätten. Ohnehin würden Frauen, Hispanics und Afroamerikaner mehrheitlich hinter ihr stehen. Ob sich die frühere First Lady, Senatorin und Außenministerin auf diese Einschätzung verlassen kann?

Fest steht: Clinton unterhält ein ungleich größeres Wahlkampfteam als Trump. Vor allem in den umkämpften Bundesstaaten, den "swing states", ist ein Heer an freiwilligen Helfern unterwegs, um von Haustür zu Haustür zu gehen und für die Kandidatin zu werben.

Doch auch Trumps ist nicht ohne Unterstützung. Seine Helfer besitzen allerdings einen anderen Hintergrund: Die fünf Millionen Mitglieder starke Waffenlobby "National Rifle Association" betreibt eine kaum verhüllte Kampagne für den Republikaner und ist besonders in den ländlichen Regionen überaus präsent. Die Waffenfreunde geben für Millionenbeträge TV-Werbung in Auftrag und ermuntern ihre Anhänger, im Bekanntenkreis für Trump zu trommeln. Im Gegenzug sagte Trump der NRA in dieser Woche zu, die - ohnehin geringen Beschränkungen - für den Besitz und das Tragen von Waffen umgehend aufzuheben, sollte er am 8. November die Wahl gewinnen.

Die NRA besitzt in Washington einen höchst zweifelhaften Ruf: So ist es der Waffenlobby mit Hilfe ihrer enormen Spenden an Abgeordnete und Senatoren unter anderem gelungen, das Verbot für den Verkauf von halbautomatischen Kriegswaffen aufzuheben.

Trump weiß nicht nur die Waffenfreunde hinter sich: Der New Yorker Geschäftsmann bemüht sich auch, die eigene Partei hinter sich zu vereinigen. Um ein versöhnliches Signal in die konservativen Kreisen zu senden, veröffentlichte der Kandidat am Freitag eine Liste mit Namen von prominenten Rechtswissenschaftlern, die er als potenzielle Richter am Obersten Gerichtshof in Betracht ziehen will. Damit, so die Einschätzung der Washington Post, signalisiert Trump, dass es bei dieser Wahl nicht allein um das Präsidentenamt geht, sondern auch um die Frage, wer über die Besetzung des einflussreichen Gremiums bestimmt. Da die Richter auf Lebenszeit berufen werden und über wesentliche Weichenstellungen in der US-Politik zu entscheiden haben, gelten sie als eine Art Ersatzparlament. Die überraschende Veröffentlichung der Namensliste am Freitag deuten Beobachtern als Hinweis, dass Trump während der TV-Debatte gezielt auf die Wahl der Richter zu sprechen kommen will. Es wäre ein weiterer Schachzug, den Clinton nur schwer parieren könnte.

Union und SPD haben sich nach Informationen des "Spiegel" darauf verständigt, nach einem gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck zu suchen. Dies hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer bei ihrem Treffen am 11. September im Kanzleramt vereinbart.

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