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Die Republikaner steuern auf chaotischen Parteitag zu

US-Wahlkampf Die Republikaner steuern auf chaotischen Parteitag zu

Die Nervosität bei den Republikanern wächst. Während sich die führenden Konservativen den Kopf zerbrechen, wie sie mit dem voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten Trump umgehen sollen, fragt sich die Basis: Lässt sich ein Parteitag organisieren, für den es weder eine Tagesordnung noch eine verbindliche Teilnehmerliste gibt?

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Neun republikanische Gouverneure haben sich noch nicht festgelegt, ob sie überhaupt zum Auftakt des Trump-Wahlkampfes anreisen. 

Quelle: dpa

Eigentlich soll in drei Wochen in Cleveland mit viel Pomp die offizielle Kandidatennominierung stattfinden. Die sogenannten Conventions der beiden großen Parteien gelten in den Vereinigten Staaten gemeinhin als Startschuss des offiziellen Wahlkampfes. Eigentlich, denn in diesem Jahr werden bisherige Gewissheiten zuhauf über Bord geworfen.

Trump schert sich nicht um zentrale Grundsätze der Republikaner und führt einen regelrechten Feldzug gegen diverse hochrangige Parteifreunde. Im gleichen Atemzug mahnt der 70-Jährige die Loyalität der Gescholtenen an. Einen Widerspruch mag der Politikneuling darin offenbar nicht erkennen.

Die Folgen des Wirrwarrs lassen sich allerdings an den Vorbereitungen des Parteitags in Cleveland ablesen: Bisher ist völlig unklar, wer zu welchen Programmpunkten sprechen soll. Trump ließ im Vorfeld die Parteiführung lediglich wissen, dass die Convention in diesem Jahr nicht so "langweilig" wie sonst verlaufen solle, sondern "spektakulär" und "großartig".

Doch was versteckt sich hinter den vollmundigen Ankündigungen?

Als spektakulär lässt sich zurzeit wohl nur die Liste der Absagen bezeichnen. Neun republikanische Gouverneure haben sich noch nicht festgelegt, ob sie überhaupt zum Auftakt des Trump-Wahlkampfes anreisen. Für die Parteitagsregisseure besonders unangenehm: John Kasich, Gouverneur des gastgebenden Bundesstaates, verweigert sich der großen Inszenierung. Auch Rob Portman, der Ohio im US-Senat vertritt, gibt vor, wichtigeren Termin nachgehen zu müssen. Und der Delegierte Josh Claybourn fordert die Republikaner gar zum Boykott der Veranstaltung auf: "Wir müssen zuallererst unsere Verantwortung für die Zukunft Amerikas im Blick behalten", schreibt der Rechtsanwalt aus Indiana auf seiner Homepage. Zu allem Übel winken auch einstige Großsponsoren wie Coca-Cola, Microsoft und Hewlett Packard ab.

Scheinbar ungerührt zeigt sich angesichts des Ärgers der voraussichtliche Spitzenkandidat. Beim "Western Conservative Summit" in Denver ließ sich Trump am Freitag jedenfalls nichts anmerken. Vor etwa 1500 Anhängern stieg der Geschäftsmann mit Elan auf die Bühne, pflügte in einer fast 60-minütigen Rede einmal mehr angestammte Positionen seiner Partei um und kündigte für den Fall seines Wahlsieges an, sämtliche Freihandelsverträge neu zu verhandeln. Anders als bei früheren Auftritten pflegt Trump zwar einen zunehmend ruhigeren Ton und hält sich fast vollständig an sein Redemanuskript. Seine inhaltlichen Punkte variieren allerdings nur geringfügig: Es bleibt beim Mauerbauen entlang der Grenze zu Mexiko, seinem Aufruf, den radikalen Islamismus mit aller Macht zu bekämpfen, und die USA vor Konkurrenz aus aller Welt möglichst abzuschotten. Ob das ausreicht, um seine fallende Umfragewerte noch vor dem Parteitag in Cleveland wieder zu heben, bleibt zweifelhaft.

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