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Drohender Ärztemangel

Rösler will Zugang zum Medizinstudium erleichtern


Auf Grund des drohenden Ärztemangels will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) den Zugang zum Medizinstudium erleichtern. Der Notendurchschnitt allein sage nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde, sagte der Minister, der selbst ausgebildeter Mediziner ist.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)

© dpa (Archiv)

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will drohenden Ärztemangels den Zugang zum Medizinstudium erleichtern. „Ich plädiere für eine Abschaffung des Numerus clausus und für eine stärkere Berücksichtigung von Auswahlgesprächen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Der Notendurchschnitt allein sage nichts darüber aus, ob jemand ein guter Arzt werde, fügte der Minister, der selbst ausgebildeter Mediziner ist, hinzu. „Ich finde, da kommt es noch auf ganz andere Faktoren an. So spielt die Fähigkeit zur menschlichen Zuwendung eine große Rolle.“

Einen erheblichen Ärztemangel sieht Rösler schon jetzt auf dem Land. Hier sei die „gefühlte Unterversorgung“ viel größer, als es die Statistiken auswiesen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird das Problem dramatisch schon in den nächsten zehn Jahren.“ Rösler verwies zudem auf das hohe Durchschnittsalter der 150 000 niedergelassenen Ärzte: Jeder zweite Allgemeinmediziner sei über 55 Jahre alt.

Über ein verändertes Zuteilungsverfahren für die Medizin- Studienplätze müssten allerdings die Bundesländer befinden, gab Rösler zu bedenken. In seinen Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder habe er indes noch keine Widerstände feststellen können, sondern eher Zustimmung. „Ich würde die Umstellung gerne noch in dieser Legislaturperiode politisch auf den Weg bringen“, sagte der FDP-Politiker.

dpa

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  • Im Prinzip richtig Rubber Duck – 05.04.10
    Im Prinzip hat Rösler völlig recht: nicht der Notendurchschnitt sondern die Zuwendung zum Menschen macht den guten Arzt.
    Nur: wie will man die messen? Solange man die Zulassung beschränkt braucht man jedoch objektive, nachprüfbare Kriterien für das Auswahlverfahren.

    Was bleibt ist also mal wieder nur eine populistische Aussage, der es jedoch an jeglicher Substanz fehlt.
  • Über den Numerus Clausus und die Studienplätze A. Steinmetz – 04.04.10
    Sehr geehrter Herr Minister, lieber Kollege Rösler!

    Mit großer Freude hörte ich, dass Sie als zuständiger Minister offensichtlich den Ärztemangel in der Republik zur Kenntnis genommen haben.

    Die Gründe des Mangels sind freilich mannigfaltig; fragt man die Kollegen die die Flucht aus Deutschland ergreifen, oder schlicht dem "operativen Geschäft" den Rücken kehren, so hört man oft von den katastrophalen Zuständen in den Krankenhäusern, von Investitionsstau, Arbeitsüberlastung, Ethikfalle und Burn-Out.

    Das Sie nun auf die Idee kommen, Sie könnten dem stetigen Abstrom der Ärzte mittels eines größeren Zustromes entgegentreten finde ich kreativ, jedoch wenig zukunftsträchtig und möchte dies auch begründen:

    Zunächst wissen Sie sicherlich, dass Sie als Gesundheitsminister des Bundes keinerlei direkten Einfluss auf die Zulassungsbeschränkungen der Universitäten haben, dies obliegt schließlich den Kultusministern der Länder. Zum Anderen wird der Numerus Clausus, also die zahlgewordene Zulassungsbeschränkung, dadurch errechnet, dass man an den Universitäten Personal- und Sachmittel ermittelt und sie der Nachfrage entgegenstellt.
    Ihr Aufruf den NC einfach zu senken ist somit gleichsam populistisch wie unüberlegt, denn müsste Ihre wahre Intention nicht lauten: "Schaffung von mehr Studienplätzen in Humanmedizin"?

    Bedenken Sie, dass der Sachverständigenrat angibt, dass dem deutschen Staat durch einen 30-jährigen Arzt, der auf Dauer ins Ausland zieht, Steuer- und Sozialversicherungsgewinne von gut einer Millionen Euro verlorengehen.

    Wenn Sie - lieber Kollege Rösler - nun die Anzahl der Medizinstudenten und Absolventen zu erhöhen, jedoch die Bedingungen im Gesundheitssystem nicht ändern, so bilden Sie dadurch nur noch mehr Ärzte fürs Ausland aus und verschwenden wertvolle Millionen.

    An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass das amerikanische Gesundheitssystem - nach der Reform - einen großen Hunger auf deutsche Ärzte haben wird. Wir werden erleben, inwiefern sich dies zukünftig auf uns auswirkt.

    Mein Tipp lautet, dass Sie sich für eine Verbesserung der Bedingungen in unserem Gesundheitssystem stark machen sollten, dies liegt nämlich zum Einen in Ihrer Verantwortung und zum Anderen würde es den Abstrom der Ärzte verringern und uns somit alle entlasten.

    Es grüßt Sie aus Darmstadt

    A. Steinmetz, Arzt
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