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IS-Anführer in Aleppo getötet

Russland und USA reklamieren Tat für sich IS-Anführer in Aleppo getötet

Gestern bestätigte der "Islamische Staat" den Tod seines Sprechers Abu Mohammed al-Adnani. Wie er ums Leben kam, bleibt unklar. Russland nimmt die Tötung nun für sich in Anspruch. Aber auch die USA wollen für den tödlichen Treffer verantwortlich sein.

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Abu Mohammed al-Adnani war einer der bekanntesten und berüchtigsten Anführer des IS. In Audiobotschaften verbreitete er weltweit die Propaganda der Dschihadisten.

Quelle: dpa

Moskau. Syriens enger Verbündeter Russland hat den tödlichen Angriff auf IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani für sich beansprucht. Der Propagandachef des Islamischen Staates habe zu einer Gruppe von bis zu 40 Mitgliedern der Terrormiliz gehört, die bei russischen Luftangriffen in der Provinz Aleppo getötet worden seien, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch mit. Mehrere Geheimdienstkanäle hätten bestätigt, dass al-Adnani unter den Toten gewesen sei.

USA: "Präzisionsschlag" gegen Al-Adnani

Der IS hatte den Tod seines Propagandachefs, der auch direkt an der Planung von Anschlägen in Europa beteiligt gewesen sein soll, am Dienstagabend bekanntgegeben. Al-Adnani sei in der Provinz Aleppo getötet worden, meldete die IS-nahe Agentur Amaq. Zum Zeitpunkt und den genauen Umständen seines Todes machte der IS keine Angaben.

Dem US-Verteidigungsministerium zufolge wurde al-Adnani bei einem "Präzisionsschlag" der US-geführten Anti-IS-Allianz in der Stadt Al-Bab in Aleppo ins Visier genommen. Pentagon-Sprecher Peter Cook wollte seinen Tod allerdings noch nicht bestätigen. "Wir bewerten derzeit noch die Ergebnisse des Angriffs", erklärte er.

Experten: Tod von Al-Adnani schwächt IS

Der Tod des Propagandachefs bedeutet nach Expertenansicht eine deutliche Schwächung für die Extremisten. Al-Adnani habe an der Spitze einer kleinen Einheit gestanden, die Terroroperationen in der ganzen Welt geplant habe, unter anderem in Paris und Brüssel, sagte der Terror-Experte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg. "Es ist eine wichtige Nachricht für Europa, dass der Chef dieser Einheit getötet wurde."

Al-Adnani, der 1977 in der syrischen Provinz Idlib geboren wurde, war eines der Gründungsmitglieder des IS. Nach der Eroberung großer Gebiete in Syrien und Irak rief er im Juni 2014 in einer Audiobotschaft das "Kalifat" des IS aus und erklärte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum Kalifen. Im September 2014 rief al-Adnani die IS-Anhänger auf, "Ungläubige" in westlichen Staaten zu töten. Er listete verschiedene Möglichkeiten auf, Zivilisten und Soldaten ohne großen logistischen Aufwand umzubringen – etwa mit Messern oder Fahrzeugen.

Ranghohe Anführer unter Beschuss

Damit könnte er etwa den Attentäter von Nizza inspiriert haben, der im Juli auf der Strandpromenade der südfranzösischen Stadt mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren war. Nach Erkenntnissen westlicher Geheimdienste war al-Adnani auch direkt an der Planung von Anschlägen in Europa beteiligt, etwa in Paris, Brüssel und am Instanbuler Flughafen. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

Erst im Juli hatte die IS-Miliz den Tod ihres Militärchefs Omar al-Schischani im irakischen Mossul bestätigen müssen. Im März gab US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Tötung des IS-Finanzchef Abdelrahman al-Kaduli bekannt. Er galt als die "Nummer zwei" des IS hinter al-Bagdadi.

dpa/afp/RND

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