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Russland kritisiert Nato-Großmanöver

"Anakonda 2016" in Polen Russland kritisiert Nato-Großmanöver

Rund einen Monat vor dem Nato-Gipfel demonstrieren Alliierte bei einem Großmanöver in Polen Stärke: Mehr als 30 000 Soldaten sind bei "Anakonda 2016" im Einsatz. Russland gefällt das nicht. Ein Kremlsprecher übt scharfe Kritik und spricht von einem Vertrauensdefizit.

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Ein US-Soldat beim Großmanöver Anakonda in Polen.

Quelle: dpa

Moskau. Russland hat das groß angelegte Militärmanöver in Polen scharf kritisiert. Die Übung trage nicht dazu bei, eine Atmosphäre von Vertrauen und Sicherheit zu schaffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Es gebe ein Vertrauensdefizit im Verhältnis zum Westen, meinte er der Agentur Interfax zufolge.

Einladung für Georgien und Ukraine

Der Ärger hatte sich angekündigt. Der Gastgeber Polen, die baltischen Staaten und die Amerikaner haben "Anakonda 2016" vorab als klares Signal der Nato an Russlands Präsident Wladimir Putin verkauft. "Abschreckung" und "massive Kampfkraft" sind Schlüsselwörter. Für zusätzliche Brisanz sorgt die Tatsache, dass zu dem Manöver nicht nur zahlreiche Nato-Staaten, sondern auch Streitkräfte aus Russlands Nachbarländern Ukraine und Georgien eingeladen wurden.

Wer will, kann das als klare Provokation in Richtung Moskau sehen. Kaum etwas ist der russischen Regierung schließlich so sehr ein Dorn im Auge wie die Annäherung der Ukraine und Georgien an das westliche Militärbündnis. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte am Montag, man behalte sich alle möglichen Reaktionen auf Nato-Aktivitäten vor. Sein Stellvertreter Alexej Meschkow hatte dem Westen bereits in der Vorwoche Vorwürfe gemacht. "Wir sind überzeugt, dass diese Manöver destabilisierend sind, und dass ihr Hauptziel ist, Spannungen entlang der russischen Grenze zu schüren", sagte er.

Anakonda 2016

  • Anakonda 2016 gilt als eine der größten internationalen Truppenmanöver. 
  • Auf mehreren polnischen Truppenübungsplätzen wird zu Land, zu Wasser und in der Luft der militärische Ernstfall geprobt.
  • Seit 2006 wird alle zwei Jahre in Polen unter dem Motto Anakonda trainiert.
  • Mit dabei: Mehr als 31.000 Soldaten, darunter etwa 12.000 aus dem Gastgeberland Polen.
  • Die Teilnehmer kommen aus 24 Nato- und Partner-Staaten, darunter aus der Ukraine und Georgien.
  • Im Rahmen der Übung werden etwa 2900 Fahrzeuge eingesetzt, mehr als 100 Flugzeuge und Hubschrauber sowie zwölf Schiffe.
  • Nach Angaben des Warschauer Verteidigungsministeriums soll die internationale Zusammenarbeit im Fall eines Angriffs erprobt werden. Dabei geht es auch um Cyberangriffe, Hybridkrieg und Terrorbedrohung.

dpa/RND/zys

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