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Russland setzt Luftschläge trotz Kritik fort

Syrien Russland setzt Luftschläge trotz Kritik fort

Wladimir Putin beteuert, nur gegen die Extremisten in Syrien vorgehen zu wollen. Der Westen bewertet die russischen Luftangriffe anders. Doch Obama und Co. bleiben nur Worte, während Moskau Fakten schafft.

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Russlands Präsident Wladimir Putin weist jede Kritik an den Luftschlägen zurück.

Quelle: Sergei Chirikov/dpa

Moskau/Washington/Damaskus. Russlands Präsident Wladimir Putin setzt seine umstrittenen Luftschläge in Syrien ungeachtet westlicher Kritik weiter fort. Der Ansage aus Moskau, strategisch wichtige Ziele von Terrorgruppen künftig "noch intensiver" bombardieren zu wollen, folgten am Sonntag neue Bombardements russischer Militärmaschinen. Nach Angaben von Aktivisten starben bei Angriffen – unter anderem auf von gemäßigten Rebellen kontrollierte Gebiete nördlich von Homs – mindestens fünf Zivilisten. Vom Beginn der Angriffe am Mittwoch bis zum Samstag waren Menschenrechtlern zufolge bereits 39 Zivilisten getötet worden.

Das russische Innenministerium teilte der Agentur Tass zufolge am Sonntagnachmittag mit, binnen 24 Stunden zehn Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angegriffen zu haben. Als Ziel wurde unter anderem ein Trainingscamp der Extremisten in der Provinz Idlib genannt. Die Region wird weitgehend von einem islamistischen Rebellenbündnis unter Führung des Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra kontrolliert und war bisher nicht für die Anwesenheit des IS bekannt.

Westlichen Informationen zufolge sollen bei den Angriffen der vergangenen Tage auch gemäßigte Rebellen getroffen worden sein. US-Präsident Barack Obama warf Russland am Samstag vor, den IS damit indirekt zu stärken. "Die russische Politik treibt (die Rebellen) in den Untergrund oder erzeugt eine Situation, in der sie geschwächt werden, und es stärkt (den) IS nur. Und das ist für niemanden gut."

Der russisch-iranische Ansatz zur Lösung des Konflikts sei zum Scheitern verurteilt, so Obama weiter. "Aus ihrer Perspektive sind (die Rebellen und die Kämpfer der IS-Terrormiliz) alle Terroristen, und das ist ein Rezept für eine Katastrophe", sagte er. Die USA seien dennoch bereit, Moskau und Teheran an einer politischen Lösung für die Zukunft des Landes zu beteiligen.

Auch der britische Premierminister David Cameron kritisierte das Vorgehen Moskaus. "Es ist völlig klar, dass Russland nicht zwischen dem Islamischen Staat und rechtmäßigen syrischen Oppositionsgruppen unterscheidet. Damit unterstützen sie den Schlächter Assad, helfen ihm und machen die Sache nur noch schlimmer", sagte Cameron. Der britische Premier kündige am Sonntag an, im Kampf gegen den IS 20 moderne Kampfdrohnen aus den USA anschaffen zu wollen.

Putin hatte Kritik am russischen Vorgehen schon zuvor zurückgewiesen. Die Attacken seines Landes würden den Terrororganisationen IS und Al-Nusra gelten, ließ er seinen Sprecher am Freitag mitteilen. Regierungschef Medwedew betonte am Samstag, Moskau wolle mit den Angriffen auch Islamisten von seinem eigenen Staatsgebiet fernhalten.

Das militärische Eingreifen Russlands in den langjährigen Konflikt wird im Westen weniger als Versuch gesehen, den IS zu bekämpfen, als vielmehr dem verbündeten syrischen Machthaber Baschar al-Assad und seiner nach jahrelangen Kämpfen ausgelaugten Armee den Rücken zu stärken. Die Allianz mit Assad bietet für Russland die Möglichkeit der Einflussnahme im Nahen Osten.

Der syrische Präsident warnte vor einem Scheitern seiner Koalition mit Russland, dem Iran und dem Irak: "Diese Allianz sollte erfolgreich sein, ansonsten wird Zerstörung das Schicksal der gesamten Region sein, nicht nur das von ein oder zwei Ländern", sagte Assad dem iranischen Sender Khbar TV.

dpa

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