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Russland will Luftangriffe verstärken

Syrien Russland will Luftangriffe verstärken

Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen Splittergruppen an vielen Fronten. Mit den russischen Luftschlägen wird die Lage noch unübersichtlicher. Es gibt Berichte über tote Zivilisten.

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"Wir schützen das Volk Russlands vor Terror – weil es besser ist, dies im Ausland statt auf eigenem Territorium zu tun" – der russische Regierungschef Dmitri Medwedew.

Quelle: Anatoly Maltsev/dpa

Washington/Moskau/Damaskus. Russland will seine umstrittenen Luftangriffe in Syrien verstärken. Die Kampfjets würden strategisch wichtige Ziele von Terrorgruppen "noch intensiver" bombardieren, sagte Generaloberst Andrej Kartapolow am Samstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Russland attackiert seit Mittwoch Ziele in Syrien, um die Truppen von Präsident Baschar al-Assad zu entlasten. Nach westlichen Angaben sollen dabei aber auch gemäßigte Rebellen getroffen worden sein. US-Präsident Obama warf Moskau vor, indirekt IS-Kämpfer zu stützen.

Nach Angaben von Aktivisten wurden bei den russischen Luftschlägen innerhalb von vier Tagen 39 Zivilisten getötet. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren unter ihnen acht Kinder. Darüber hinaus seien zwölf IS-Dschihadisten und zwei Kämpfer der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front umgekommen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Berichte über tote Zivilisten als feindliche Propaganda zurück. "Die ersten Informationen darüber waren schon aufgekommen, bevor unsere Kampfflieger in den Himmel gestiegen waren", sagte er. Alle Aktionen Moskaus in dem Bürgerkriegsland seien "absolut transparent".

In den vergangenen Tagen sind nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums etwa 60 Angriffe auf rund 50 Stellungen geflogen worden. Rund 600 Kämpfer hätten die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) "aus Furcht vor Angriffen" verlassen, sagte Generaloberst Kartapolow.

Obama erklärte, Russland schwäche die gegen das Regime von Assad kämpfende, gemäßigte Opposition. "Die russische Politik treibt (die Rebellen) in den Untergrund oder erzeugt eine Situation, in der sie geschwächt werden, und es stärkt (den) IS nur. Und das ist für niemanden gut", sagte er.

Auch der britische Premierminister David Cameron kritisierte das Vorgehen Moskaus. "Es ist völlig klar, dass Russland nicht zwischen dem Islamischen Staat und rechtmäßigen syrischen Oppositionsgruppen unterscheidet. Damit unterstützen sie den Schlächter Assad, helfen ihm und machen die Sache nur noch schlimmer", sagte Cameron.

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew wies die Kritik zurück. Mit den Attacken wolle Moskau auch Islamisten von seinem Staatsgebiet fernhalten, sagte er in einem am Samstag ausgestrahlten Interview des TV-Senders Rossija-24. "Wir schützen das Volk Russlands vor Terror – weil es besser ist, dies im Ausland statt auf eigenem Territorium zu tun", meinte der Ministerpräsident.

Obama sagte, der russisch-iranische Ansatz zur Lösung des verheerenden Bürgerkriegs sei zum Scheitern verurteilt. "Aus ihrer Perspektive sind (die Rebellen und die Kämpfer der IS-Terrormiliz) alle Terroristen, und das ist ein Rezept für eine Katastrophe", sagte er. Teil des Problems in Syrien sei eindeutig Assad, den Obama als "brutalen, skrupellosen Diktator" bezeichnete. Dieser sei dank der Unterstützung Russlands und des Irans aber nach wie vor an der Macht. Die USA seien dennoch bereit, Moskau und Teheran an einer politischen Lösung für die Zukunft des Landes zu beteiligen.

Der US-Sender Fox News hatte zuvor gemeldet, der Iran habe Bodentruppen nach Syrien gesandt. "Dieser (Streitkräfte-) Aufbau wurde immer so verstanden, dass die Russen die Luftwaffe und die Iraner die Bodentruppen in Syrien stellen würden", sagte ein ungenannter US-Militärvertreter dem TV-Kanal. Auch ein Militärberater der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) hatte erklärt, Truppen der iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah seien zusammengezogen worden. Der Iran wies diese Berichte zurück. 

dpa

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