Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Salafistenprediger Lau bleibt in Haft
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Salafistenprediger Lau bleibt in Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 30.03.2016
Salafistenprediger Sven Lau nach seiner Festnahme Ende 2015. Quelle: dpa
Anzeige
Karlsruhe

Der unter Terrorverdacht stehende islamistische Prediger Sven Lau bleibt wegen Fluchtgefahr in Haft. Eine Beschwerde des 35-Jährigen verwarf der Bundesgerichtshof (BGH) bereits am 10. März, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss hervorgeht (Az. StB 4/16). Lau drohe bei einer Verurteilung eine erhebliche Freiheitsstrafe, heißt es darin. Es sei davon auszugehen, dass er nach wie vor auf ein Netzwerk Gleichgesinnter zurückgreifen könne, das ihm ein Untertauchen ermögliche. Zudem habe er sich in der Vergangenheit mehrfach über ein Ausreiseverbot hinweggesetzt.

Die Bundesanwaltschaft hatte den als Initiator der Wuppertaler „Scharia-Polizei“ bekanntgewordenen Salafistenprediger Mitte Dezember festnehmen lassen. Lau soll von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation Jamwa tätig gewesen sein, die eng mit dem Islamischen Staat (IS) verbunden ist.

Mehrere Reisen nach Syrien

Den Ermittlern zufolge beschaffte Lau 2013 drei Nachtsichtgeräte für islamistische Kämpfer in Syrien. Außerdem soll er Mitgliedern der salafistischen Szene vor allem im Großraum Düsseldorf bei der Reise ins Kampfgebiet geholfen haben. Auch er selbst reiste mehrmals nach Syrien.

In dem Karlsruher Beschluss wird unter anderem geschildert, wie Lau mit einem Schleuser zusammenarbeitete und zwei Syrien-Kämpfern Geld überbrachte. Die Ermittler stützen ihre Vorwürfe auf die Auswertung von Videobotschaften, Chat-Dateien und Fotos von Laus Laptop. Zitiert wird auch ein Gutachter, der Lau wegen seiner emotionalen Rhetorik „eine hohe suggestive Wirkung“ vor allem auf junge Muslime zuspricht.

Im Jahr 2014 hatte Lau für Empörung gesorgt, als er mit Warnwesten ausgestattete Islamisten als Sittenwächter durch Wuppertal patrouillieren ließ. Dieser Auftritt wurde später aber von einem Gericht als nicht strafbar eingestuft.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige