Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Die Farben des Herbstes
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Die Farben des Herbstes
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 25.09.2014
Von Matthias Koch
Der neue Trend in Thüringen? CDU, SPD und Grüne peilen Schwarz-Rot-Grün an. Quelle: dpa
Anzeige

Nach der Landtagswahl vom 14. September ist zwar Schwarz-Rot rechnerisch immer noch möglich. Doch nie war eine Große Koalition so klein. Schwarz-Rot hat nur eine Stimme Vorsprung. Erstmals fallen jetzt flehende Blicke aus der GroKo-Szene auf die Grünen: Könnten sie vielleicht im Gegenzug gegen den einen oder anderen Erfurter Ministerposten einem schwarz-roten Bündnis das erhoffte Sicherheitspolster geben? „Wir schließen nichts aus“, sagt der Chef der Bundes-Grünen, Cem Özdemir. „Wir reden auch mit CDU und SPD.“

Das neue Farbenspiel in diesem Herbst ist Ausdruck einer mehr als nur jahreszeitlich bedingten düsteren Verstimmung in beiden großen Parteien. Die CDU hat Angst vor einem zweiten „Kiel“. Ein einzelner Abweichler könnte die CDU-Frau Christine Lieberknecht bei der Wahl zur Ministerpräsidentin spektakulär scheitern lassen - wie einst Heide Simonis (SPD) im Jahr 2005 in Schleswig-Holstein. Die SPD hat Angst vor einem zweiten „Wiesbaden“. Zwar könnte sie in Erfurt mit der Linkspartei und den Grünen eine Koalition bilden. Aber auch dieses Bündnis hätte nur eine Stimme Vorsprung. In Hessen ließen im Jahr 2008 vier Abweichler aus dem Lager der Sozialdemokraten das von Andrea Ypsilanti angepeilte rot-rot-grüne Bündnis schon vor der Abstimmung scheitern.

Grünen-Chef Özdemir orakelte am Montag, Thüringen brauche „eine stabile, belastbare Regierung“. Die Freunde von Schwarz-Rot-Grün bei CDU und SPD deuteten dies als konstruktives Signal, als ausgestreckte Hand. Eine stabile, belastbare Regierung jedenfalls, so viel weiß man bei CDU und SPD, bekommen die beiden allein in Thüringen rechnerisch nicht mehr hin.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die USA führen den Kampf gegen die Sunnitenmiliz IS nun auch in Syrien. Zusammen mit arabischen Verbündeten fliegen sie Luftangriffe. Das von einem blutigen Bürgerkrieg zerrüttete Land muss sich auf noch schwerere Kämpfe einstellen. Die Frage ist, wie der IS reagiert.

23.09.2014

Wohnungsneubauten sollen dauerhaft nicht unter die von der Großen Koalition geplante Mietpreisbremse fallen. Darauf haben sich nach Informationen der HAZ die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD auf Druck der Unionsparteien verständigt.

22.09.2014

Freiwillige vor: Im Kampf gegen Ebola will die Bundesregierung Soldaten nach Westafrika schicken. Verteidigungsministerin von der Leyen hat am Montag Ärzte und Pfleger, aber auch Techniker und Logistiker in der Bundeswehr aufgerufen, sich freiwillig an einem Einsatz gegen die Epidemie in Liberia, Guinea und Sierra Leone zu beteiligen.

25.09.2014
Anzeige