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Schweinegrippe versetzt die Welt in Sorge

Infektionen Schweinegrippe versetzt die Welt in Sorge

Die Angst vor einer weltweiten Ausbreitung der tödlichen Grippewelle in Mexiko wächst. In Mexiko starben bereits bis zu 86 Menschen an dem neuartigen Krankheitserreger. 20 bestätigte Ansteckungen gibt es in den USA.

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Schweinegrippe in Mexiko: Experten sehen Deutschland gut vorbereitet.

Quelle: Alfredo Estrella/afp

Die Regierung in Washington rief am Sonntag den Gesundheitsalarmzustand aus. Kanada meldete die Erkrankung von sechs Personen. Verdachtsfälle wurden aus Frankreich, Spanien, Israel und Neuseeland gemeldet.

In den USA wurde die mexikanische Schweinegrippe bei Patienten in den Staaten Texas, Kansas, New York und Kalifornien bestätigt. Acht Schüler der St. Francis Preparatory School im New Yorker Stadtteil Queens sind mit dem Virus infiziert. Einige Kinder waren vor Kurzem in Cancun in Mexiko.

Das öffentliche Leben in Mexiko, dem Ursprungsort des neuartigen, auf den Menschen übergesprungenen Schweinegrippe-Virus, ist inzwischen wie gelähmt. Gottesdienste und Fußballspiele wurden abgesagt, öffentliche Veranstaltungen verboten. Seit Mitte April erkrankten in Mexiko bereits mehr als 1300 Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation zeigte sich besorgt und erklärte, die Grippe habe das „Potenzial für eine Pandemie“, also eine die Kontinente übergreifende Ausbreitung. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob es dazu komme. Die WHO rief zu weltweiter Wachsamkeit auf.

Die deutschen Gesundheitsbehörden reagierten zurückhaltend. „Man kann noch nicht sagen, ob es auf Mexiko und Nordamerika begrenzt bleibt oder sich ausbreitet“, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Dementsprechend gebe es noch keine Verhaltensempfehlungen.

Auch in den Apotheken von Mexiko-Stadt gehört ein Mundschutz zur Dienstkleidung.

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Der Epidemiologe Reinhold E. Schmidt von der Medizinischen Hochschule Hannover riet im Gespräch mit dieser Zeitung von Reisen in die großen mexikanischen Städte ab. Allerdings handelten die dortigen Behörden bislang richtig. Italien, Polen und Venezuela empfahlen ihren Bürgern, Reisen in die betroffenen Gebiete in Mexiko und den USA aufzuschieben.

In Deutschland bereiten sich Flughäfen auf Verdachtsfälle bei der Einreise vor. Am Flughafen Hannover gibt es zwar keine Direktverbindungen in die USA oder nach Mexiko. Wenn aber Flugzeug-Crews einen Passagier mit auffälligen Symptomen bemerkten, werde dieser nach der Landung zur Untersuchung in eine Quarantänestation gebracht, teilte der Flughafen mit.

Beim Touristikkonzern TUI soll heute ein Krisenstab zusammentreten, der über den weiteren Umgang mit Reisen nach Mexiko entscheidet. Stornierungen verunsicherter Kunden habe es bisher noch nicht gegeben, sagte TUI-Sprecher Mario Köpers am Sonntag.

von Verena Schmitt, Helmuth Klausing und Bernd Haase

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