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Deutschland / Welt Seselj beschimpft nach Freispruch UN-Tribunal
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12:45 31.03.2016
Freigesprochen: der serbische Nationalistenführer Vojislav Seselj. Quelle: dpa/Archiv
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Den Haag

Die Beweise für seine Schuld für Kriegsverbrechen im Bürgerkrieg auf dem Balkan Anfang der 1990er Jahre reichten nicht aus, urteilten die Richter am Donnerstag in Den Haag. In keinem der Anklagepunkte sei eine Verantwortung Seseljs für Verbrechen gegen Kroaten und Muslime erwiesen, urteilte das Gericht ungewöhnlich deutlich. "Mit diesem Freispruch ist Vojislav Seselj ein freier Mann", erklärte der Vorsitzende Richter Jean-Claude Antonetti.

Die Anklage hatte 28 Jahre Haft gefordert. Der 61-jährige Vorsitzende der großserbischen Radikalen Partei hatte sich geweigert, der Urteilsverkündung beizuwohnen. Er war 2014 wegen einer Krebserkrankung vorläufig aus der Haft entlassen worden. Er hatte sich 2003 dem Gericht selbst gestellt.

Seselj beschimpft das Gericht

Seselj selbst reichte der Freispruch anscheinend nicht. Es sei "ein antiserbisches Gericht in der Hand der westlichen Mächte", sagte der 61-Jährige am Donnerstag in Belgrad: "Es hat juristisch keinerlei Bedeutung." Für seine über 12-jährige Untersuchungshaft beim UN-Tribunal werde er eine Entschädigung von 14 Millionen Euro verlangen.

Es sei von "Anfang an klar gewesen, dass ich unschuldig bin", erklärte der Extremist. Er habe "die dort präsentierten gefälschten Beweise zerstört". Trotz aller Verfahren gegen seine serbischen Landsleute in Den Haag bleibe "die Idee von Großserbien machtvoll mit mir oder ohne mich".

In Kroatien und Bosnien-Herzegowina beschrieben die Medien den Freispruch als Schock und Schande. Doch "interessieren mich diese Reaktionen überhaupt nicht", sagte Seselj. Er beschuldigte die USA und die EU, "alle serbischen Feinde zu unterstützen". Da der Westen 1999 Serbien bombardiert habe, "könne er jetzt nicht erwarten, dass wir seine Freunde werden". Bei den vorgezogenen Wahlen in drei Wochen werde seine bisher nicht mehr im Parlament vertretene Radikale Partei (SRS) mit bis zu 25 Prozent zur zweitstärksten politischen Kraft aufsteigen.

dpa

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