Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Clinton-Vertraute trennt sich von Ehemann

Sexting-Skandal Clinton-Vertraute trennt sich von Ehemann

Mitten in der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs trifft ein Skandal eine enge Vertraute der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton: Polit-Aufsteigerin Huma Abedin trennt sich von Anthony Weiner - nachdem ihr Ehemann erneut zweifelhafte Bilder an andere Frauen geschickt hat.

Voriger Artikel
TTIP: Frankreich will Verhandlungen stoppen
Nächster Artikel
Frankreich braucht einen neuen Wirtschaftsminister

Clinton-Vertraute Huma Abedin hat sich wegen der erneuten Sexting-Affäre von ihrem Mann Anthony Weiner getrennt.

Quelle: dpa/Archiv

Washington. Das Weiße Haus hat diverse Praktikantinnen kommen und gehen sehen. Huma Abedin ist vielleicht nicht die prominenteste, mit Sicherheit aber die Einflussreichste von ihnen. Die 41-Jährige ist die wohl engste Vertraute von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Ihr Wahlkampf steht und fällt mit den Ideen, der Wachsamkeit und inzwischen auch der Erfahrung Abedins.

Dass die in Michigan geborene und in Saudi-Arabien aufgewachsene Tochter eines indisch-pakistanischen Ehepaares nun wegen fortgesetzter Sex-Affären ihres Ehemannes in die Schlagzeilen gerät, ist ein Bruch in ihrer Karriere. Und möglicherweise in der Wahlkampagne Clintons.

Dritter Sexting-Skandal für Weiner

Der politische Gegner weiß genau, wie wichtig die hochdisziplinierte Abedin für Clinton ist - und schießt entsprechend scharf.  Abedins Ehemann Anthony Weiner, der Mann der es nicht lassen kann, die Fotos seiner Unterhose samt Inhalt an weibliche Fans zu schicken, habe Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten, mutmaßt Republikaner-Kandidat Donald Trump. Er versucht auf diese Weise, ein Sicherheitsrisiko in der Wahlkampfzentrale Clintons zu kreieren.  Es dürfte sich in Grenzen halten.

Weiner, einst ein aufsteigender Stern bei den Demokraten und Kandidat für das Bürgermeisteramt in New York, hat sich selbst ins Abseits manövriert. Sein erster Skandal beendete seine Abgeordnetenkarriere, der zweite seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt in New York - ein Dokumentarfilm („Weiner“) hält die wichtigsten Verfehlungen fest.

Nun hat die Frau die Reißleine in einer ungewöhnlichen Beziehung eines New Yorker Juden zu einer Muslima gezogen, um nicht auch noch ihren eigenen Berufsweg abzuschneiden. Lange hatte sie zumindest nach außen Loyalität gezeigt, ganz so wie ihre Ziehmutter Clinton einst bei den Affären ihres Mannes Bill. Doch diesmal hatte Weiner auch noch den schlafenden Sohn mit auf dem Selfie, das er an eine seiner Gespielinnen verschickte. Die Ehe, für die einst Präsident Bill Clinton Pate stand, ist zu Ende, die Scheidung nur noch eine Frage der Zeit. 

Abedin auch in Email-Affäre verstrickt

Trump rührt in dieser Geschichte. Er weiß nur zu gut, was es bedeutet, wenn ein Wahlkampfmanager zu lange zu negative Schlagzeilen macht. Er selbst hat mit Cory Lewandowski und Paul Manafort in den vergangenen Monaten bereits zwei in die Wüste geschickt. Der Kandidat kann machen was er will - die Schlagzeilen bleiben wegen seiner Getreuen schlecht: Einen solchen Mühlstein wollen nur wenige Polit-Größen in Wahlkampfzeiten mit sich herumtragen.

Neben den Sex-Gepflogenheiten ihres Mannes hinterfragen die Medien auch die Doppelrolle der Power-Frau - in Clintons Amtszeit als Außenministerin war Abedin gleichzeitig im Außenministerium und in der Stiftung Clinton Foundation aktiv. Die E-Mail-Affäre Clintons trägt auch den Namen Abedin. Die Republikaner, von denen einige Abedin bereits in Verbindung mit der Muslim-Bruderschaft bringen wollten, haben einen Angriffspunkt.

Dass Hillary Clinton ihre seit 20 Jahren treu dienende Vertraute Abedin fallen lässt, gilt derzeit dennoch als eher unwahrscheinlich. Als sie 1996 zum Praktikum ins Weiße Haus kam, wurde sie der damaligen First Lady Clinton zugeteilt. Seitdem sind die beiden Frauen unzertrennlich. Abedin wurde Clintons Beraterin beim erfolgreichen Wahlkampf für den Senat im Jahr 2000.

Der Außenministerin Clinton diente Abedin als stellvertretende Stabschefin.  Nun ist sie Stellvertreterin der Wahlkampagne für das Präsidentenamt - und immer schön im Hintergrund. Interviews gibt sie kaum, öffentlich redet sie nur im Notfall. Ihre Karriere als Strippenzieherin ist einem großen Ziel untergeordnet - die Präsidentschaft ihrer Chefin. Im Falle eines Sieges Clintons am 8. November darf die 41-Jährige mit einer satten Belohnung in Form eines Regierungspostens rechnen. Die Rolle als Stabschefin wird in US-Medien diskutiert.

dpa/afp/RND/zys

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.