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Soldaten auf den Straßen

Angst vor Terror in Belgien Soldaten auf den Straßen

Nach dem vereitelten Terroranschlag herrscht in Belgien Nervosität. An besonders gefährdeten Orten patrouilliert die Armee. In Frankreich wird einer der getöteten Attentäter anonym beigesetzt.

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Mehr Polizei und nun auch Soldaten in Brüssel und Antwerpen: Belgien erhöht die Sicherheitsvorkehrungen im Land.

Quelle: Julien Marnand

Brüssel. Die belgische Polizei hat drei weitere Terrorverdächtige in Gewahrsam genommen. Sie hätten Polizisten bedroht, teilten die Behörden am Samstag mit. Zwei Männer seien am späten Freitagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst worden. Ein weiterer Mann sei in der belgischen Hauptstadt festgenommen worden, als er versuchte, auf einen Polizeioffizier zu schießen.

Im Land herrscht Alarmzustand, denn mutmaßliche Dschihadisten planten einen größeren Anschlag auf Polizisten. Bei einem Einsatz von Spezialkräften der Polizei waren am Donnerstag im ostbelgischen Verviers zwei gesuchte Terroristen ums Leben gekommen.

In Brüssel bewachten sechs Soldaten das Jüdische Museum, wo ein Attentäter im Mai vorigen Jahres vier Menschen kaltblütig ermordet hatte. Militär unterstützte die Polizei auch in Antwerpen, vor allem im jüdischen und im Diamantenviertel der Stadt. Die Regierung hatte angekündigt, bis zu 300 Soldaten in den großen Städten einzusetzen.

Einer der getöteten Attentäter auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“, Saïd Kouachi, wurde am Freitag in Reims anonym beigesetzt. Das bestätigte die Verwaltung der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt am Sonnabend.
Bei Anschlägen und Geiselnahmen hatten islamistische Terroristen am 7., 8. und 9. Januar in Frankreich 17 Menschen getötet. Kouachi habe zwei Jahre in Reims gelebt, deswegen habe die Beerdigung dort nicht verweigert werden können, hieß es. Damit solle verhindert werden, dass der Ort zu einer Pilgerstätte für Fanatiker werde.

Die Regierung des liberalen belgischen Premiers Charles Michel hatte am Freitag unter dem Eindruck der Bedrohung einen Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus auf den Weg gebracht. Die Behörden riefen die zweithöchste Terrorwarnstufe für das Land aus.

Über mögliche Hintermänner der Terrorzelle in Belgien, zu der laut Ermittlern auch Syrien-Kämpfer gehören, wurde weiter spekuliert. Die Staatsanwaltschaft macht dazu mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Die Zeitung „La Dernière Heure“ (Samstag) schrieb, hinter der Terrorzelle von Dschihadisten stehe ein 27 Jahre alter Belgier marokkanischer Abstammung, der in Syrien gekämpft habe und sich nun in einem anderen Land aufhalte.

dpa

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