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Haushaltsklausur

Sparpläne der Regierung unter Dach und Fach


Nach zwei Tagen Haushaltsklausur hat die Regierung den Durchbruch geschafft und sich auf ein milliardenschweres Sparpaket geeinigt.
Das Rekord-Sparpaket steht.

Das Rekord-Sparpaket steht.

© dpa

Der Knoten sei geplatzt, hieß es am Montagmittag aus Kreisen der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Eine Erhöhung der Einkommensteuer oder ähnliche Belastungen werde es nicht geben.

Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Guido Westerwelle wollten die Beschlüsse um 15.00 Uhr der Öffentlichkeit vorstellen. Anschließend will die CDU/CSU-Bundestagsfraktion darüber beraten, am Abend die FDP-Fraktion. Es wird damit gerechnet, dass die Parlamentarier noch Änderungsbedarf anmelden.

Vor Einschnitten im Sozialsystem gewarnt

Gewerkschaften, SPD und Sozialverbände warnten schon vorab vor Einschnitten im Sozialsystem und bei den Arbeitslosen. Die Grünen im Bundestag beantragten vorsorglich eine Aktuelle Stunde mit dem Titel „Gerechte Verteilung der Lasten statt einseitiger Kürzungen bei Eltern und Arbeitslosen“.
Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck erklärte: „Die Handschrift der Koalition ist die Kürzung bei den Schwachen.“ Dagegen scheue die Regierung Einnahmeerhöhungen, die auch die Gewinner der Krise und die Vermögenden stärker heranzögen.

Ver.di-Chef Frank Bsirske warnte, eine „plumpe Rotstift-Politik“ würde die soziale Schieflage verschärfen. Offenbar wolle die Bundesregierung einseitig die Schwachen belasten, statt starke Schultern angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen. „Einschnitte bei den Rentenbeiträgen für Langzeitarbeitslose, Abstriche beim Elterngeld, Kürzungen bei den Fördermitteln für Erwerbslose, Arbeitsplatzabbau im öffentlichen Dienst - gerecht geht anders“, meinte er. Bsirske verlangte, stattdessen sollten große Vermögen und reiche Erben steuerlich stärker herangezogen werden.

Der DGB wandte sich gegen mögliche Abstriche bei den Eingliederungshilfen für Langzeitarbeitslose. Gewerkschaftschef Michael Sommer sagte im Südwestrundfunk, statt im Sozialetat zu kürzen könne Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble relativ einfach zu 30 Milliarden Euro an Mehreinnahmen kommen. Zwölf Milliarden seien über eine Vermögensabgabe zu erzielen, sechs Milliarden über eine höhere Erbschaftssteuer und noch einmal zwölf Milliarden über eine Finanzmarktsteuer.

SPD kündigt massiven Widerstand an

Die SPD kündigte massiven Widerstand gegen die Sparpläne der Bundesregierung an. Das Hauptproblem seien die geplanten Kürzungen bei denen, die sich kaum wehren könnten, sagte Generalsekretärin Nahles auf NDR-Info. Auf der anderen Seite traue sich die Bundesregierung nicht, zum Beispiel Spekulanten zu besteuern, um so die Einnahmesituation zu verbessern. In den Gewerkschaften, den Sozialverbänden und Umweltverbänden habe die SPD Verbündete.

Der Sozialverband Deutschland monierte ebenfalls, die vorgesehenen Sparmaßnahmen träfen vor allem sozial Benachteiligte und bezögen starke Schultern viel zu wenig ein. „Durch die anvisierte Rotstift-Politik bei den Rentenbeiträgen für Langzeitarbeitslose, dem befristeten Zuschlag sowie Eingliederungsmaßnahmen und Elterngeld soll vorrangig bei Menschen gekürzt werden, denen schon jetzt das Wasser bis zum Hals steht“, erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Ähnlich äußerten sich AWO und Caritas.

„Gespart werden muss überall“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, nannte es „widersinnig“, wenn die Koalition noch einmal bis zu 15.000 Stellen bei den Bundesbehörden einsparen wolle. „Wer jetzt neue Regeln zur Bändigung von Zockerei und Spekulation diskutiert und gleichzeitig die staatlichen Kontrollinstanzen personell aushungern will, straft sich selbst Lügen.“ Auch ein weiterer Abbau bei der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt sei für den Erhalt der inneren Sicherheit höchst riskant, meinte er.

dpa

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  • Sparpläne RH – 09.06.10
    fang ich mal langsam an...Sparpläne sind gut und schön... unsere Regierung sollte sich aber wirklich mal Gedanken machen, welche Richtung sie nun einschlägt, ich komme aus einem Handwerkerhaushalt, machte meine Lehre, meinen Meister und eine Ausbildung zum Sicherheitsingeneur...
    ich konnte damals eine Familie planen, einen Autokauf planen, und das Leben auch mal mit einem Urlaub versüßen...
    Was ist daraus geworden?
    Meine Chefs verdienten sich damals schon dumm und dusselig, aber es war noch in Grenzen, sie hatten ein doppelt schönes Leben, gönnten uns aber auch ein Gutes...im Laufe der Zeit verlagerte sich aber die Situation...im Reich der Spekulanten und Gierigen waren immer wieder Möglichkeiten eine "Treppe" des Gewinns weiter zu führen...ohne Absehen und Rücksicht auf die letzte Stufe...Gewinn hat auch mal eine Stagnation...aber an Geld gewöhnte brauchen dann immer wieder einen erneuten Kick...
    Um diesen dann immer wieder weiter zu fördern und ohnehin eigentlich zuviel des "Guten" hat, verfällt man auch gern mal in das Börsenfieber...nahmhafte Firmen nutzten das wie einen "Lottokick"
    und unterstützt von allen "Betugten" ist es ja ein schönes Spiel...
    leider vergisst man schnell die Beteiligten...
    um dies dann zu finanzieren, kappte man zunächst die Löhne der Arbeiter, die Vergünstigungen überhaupt und hinterher einfach alles, bis zur Kündigung und Doppelbelastung der Verbliebenen, damit "deren" Leben doch weiterhin schön ist und seinen "Kick" behält...
    Diese kranke Einstellung entwickelt sich nicht von heute auf morgen, der Unternehmer meint mittlerweile, er hätte natürlich ein Anrecht auf den "unermesslichen Gewinn", weil die Politik "gekaufterweise" ja auch heute davon lebt...die Nachfolgegenerationen früherer Firmen und deren Nachkommen sind ja auch immer noch in Luxus abgesichert, obwohl sie noch nie gearbeitet haben...
    dieses Konzept erweitern wir mal auf die Banken, die Krankenkassen, und alle Unternehmen die der Politik bedeutsam sind, damit es auch denen an nichts fehlt...
    Aber "Hallo"??? Da habt Ihr wohl was ganz wichtiges vergessen???
    Nämlich...die Bürger, die "Euch" überhaupt dorthin gebracht haben...

    Dank unserer Gesetze und Regierung lebe ich trotz guter Ausbildung, aber nach schwerer Krankheit mit Berentung und ab dann fremdgehender Frau, nun weit unter Harz 4...meine Arbeitgeber habe ich immer sehr unterstützt...und denen geht es so gut wie lange nicht...
    Wir leben heute mit 2 Erwachsenen und einem Kind von ca. 800,-€, ohne Unterstützung, weil diese schon abgelehnt wurde...hiervon zahle ich Miete, Heizung, Strom und für das Essen gehe ich zur Tafel, um mir halb verdorbenes abzuholen, damit wenigstens etwas im Magen ist...
    Super Entwicklung hier in Deutschland...
    Da die Regierung ja schon seit Jahrzehnten an diesem "Klientel" zu sparen versucht, muß doch endlich mal genug sein...
    Wir hatten auch versucht "oben" zu schwimmen, aber es wurde ja immer unmöglicher...heute bin ich da, wo ich unserer "Angie" mal gerne mein Leben, für ein halbes Jahr anvertrauen möchte...
    Und das erstmals mit mit Ihren und diesen "verschleppten" Gesetzen und Ungerechtigkeiten an der allgemeinen Bevölkerung.
    Macht doch bitte mal endlich die Augen auf, denkt nicht nur an Euer eigenes Wohlergehen, was ja schon der "Luxus" pur ist...
    Verhältnismäßigkeit wäre nun der einzige erste Schritt, um Deutschland wenigstens etwas blühen zu lassen...nehmt den Reichen endlich das weg, was sie seit Jahrzehnten vergeuden und den Armen wegnehmen, um Ihre "Krankheit" auszuleben...
    Wir sind heute schon froh für eine geregelte Mahlzeit, die finanzierbar ist...
    Und da wollt Ihr noch dran???
  • Argumente?!? Autor – 08.06.10
    gibt es da denn Positionen der Regierung, also Argumente welche erklären warum sie gerade bei Hartz4 Kindergeld streichen?
  • Unverschämtheit ein Bürger – 07.06.10
    Es wird immer nur bei den Kleinen gespart. Die Reichen können sich die Taschen voll stopfen. Ich möchte mal ein Regierungsmitglied erleben, wenn es von Harz IV oder einem Gering-verdienst leben müsste. Warum wird den Armen das Elterngeld gestrichen und die gut verdienenden die sich Kinder leisten können bekommen es noch. So eine Ungerechtigkeit wie sie jetzt in Deutschland herrscht kann ich nicht begreifen. Die sollen mal bei ihren Gehältern sparen. Es ist Betrug an den Bürgern.
  • Sparprogramm Isabella Wanner – 07.06.10
    Um ein gutes Sparprogramm glaubhaft starten zu können, sollte man guten Beispiels voran gehen und in den eigenen Reihen damit anfangen!
  • Gerecht oder ungerecht? losse – 07.06.10
    Das einfachste Bewertungs-Kriterium:

    Wurde die Steuersubvention für Hoteliers zurückgenommen?

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